Britische Schatzkanzler haben mehr Macht als ihre EU-Kollegen
Britische Labour-Partei macht Wahlkampf mit dem Haushalt

Mit wohlgezielter Spendenfreude macht der britische Schatzkanzler Gordon Brown mit seinem Haushalt 2005/2006 Wahlkampf. So verkündete Brown Steuergeschenke für Wohnungskäufer und Rentner.

HB/mth LONDON. Er legte am Mittwoch zum neunten – und Spekulationen zufolge vielleicht letzten mal – seine Ausgaben- und Steuerpläne vor und hatte dabei, rund sechs Wochen vor der erwarteten Wahl, vor allem ein Ziel: Den wie geschmiert laufenden Wahlkampf der Tories zu torpedieren.

Britische Schatzkanzler haben mehr Macht als ihre Kollegen in Europa. Viele Maßnahmen, etwa die Erhöhung der Weinsteuer um vier Pence oder die Verdoppelung der Erhebungsschwelle für die Grunderwerbsteuer auf 120 000 Pfund, traten noch am Mittwoch Abend in Kraft. Letztere soll vom überhitzten Wohnungsmarkt ausgeschlossenen Erstkäufern helfen, dürfte aber auch den Wohnungsmarkt vor dem Einbruch schützen, der für Großbritanniens starke Konsumentennachfrage verheerend wäre.

Das Beste sparte sich Brown wieder bis zum Schluss auf: Nicht nur wird er das Geld für ein Denkmal für die Queen Mother zur Verfügung stellen und damit die Leser der konservativen „Daily Mail“ für sich zu gewinnen versuchen. Großbritanniens Rentner, eine wahlentscheidende Wählergruppe, deren sich die Konservativen fast schon sicher wähnten, erhalten eine Heizungszulage von 200 Pfund (290 Euro), einen 200-Pfund-Rabatt bei ihren Gemeindesteuern und kostenlose Busfahrten im ganzen Land.

Brown rühmte einmal mehr die „längste kontinuierliche Wachstumsperiode seit dem Jahr 1701“. In vergangenen Fiskaljahr lag das Wachstum bei 3,1 Prozent. Im neuen Finanzjahr werden 3 bis 3,5 Prozent und im Folgejahr 2,5 bis 3 Prozent erwartet. Großbritannien, betonte Brown, wachse stärker als alle G-8-Nationen mit Ausnahme der USA.

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