Britische Segler
Verhandlungen mit Iran über Freilassung laufen

Die Bemühungen um eine Freilassung der fünf britischen Segler, die von der iranischen Marine festgehalten wurden, laufen auf Hochtouren. Noch am Dienstag wird eine Erklärung der iranischen Regierung erwartet. In Deutschland ruft der Fall Erinnerungen an die 16-monatige Gefangenschaft des Anglers Donald Klein wach.
  • 0

HB TEHERAN. Die iranische Regierung hat die Berichte über fünf im Iran festgenommene britische Segler am Dienstag weder bestätigt noch dementiert. Ein Außenamtssprecher in Teheran erklärt lediglich, die Informationen würden derzeit geprüft. Das Außenministerium in London hatte am Montag erklärt, eine Jacht mit den fünf Briten sei am Mittwoch in iranischen Gewässern gestoppt worden, und die Marine habe die Segler festgenommen. Der Fall erinnerte an den 2005 in iranischen Hoheitsgewässern festgenommenen Deutschen Donald Klein.

Die Besatzung der Jacht sei offenbar unabsichtlich in die iranischen Gewässer geraten, sagte Außenminister David Miliband. Die „Kingdom of Bahrain“ war demnach auf dem Weg zu einer Regatta nach Dubai. Als Eigentümer wurde Sail Bahrain genannt. Vermutlich kamen sie wegen eines Propeller-Schadens von ihrer Route ab.

Die Iranische Regierung hat die Festnahme von fünf britischen Seglern bestätigt und mit Strafen gedroht. Die Briten seien illegalerweise in den Iran eingedrungen, sagte Stabschef Esfandiar Rahim-Maschaei der Iranischen Nachrichtenagentur Fars am Dienstag. Bestätige sich, dass die Segler mit böser Absicht in Iranischen Gewässern unterwegs gewesen seien, dann drohten ihnen „ernsthafte“ rechtliche Schritte. Rahim-Maschaie bezog sich auf mögliche Spionageaktivitäten der Briten.

Am Dienstag sagte Miliband dem Rundfunksender BBC, es handele sich um eine „rein konsularische Angelegenheit“ und nicht um einen Streit. Seines Wissens nach würden die Segler gut behandelt. Die britische Regierung stehe mit Teheran in der Sache in Kontakt und erwarte noch am heutigen Dienstag eine Erklärung des Außenministeriums.

Der Deutsche Donald Klein war am 29. November 2005 zusammen mit einem französischen Freund zu einem Angeltrip in der Meerenge von Hormus aufgebrochen. Die beiden Männer gerieten dann in iranische Gewässer und wurden festgenommen. Erst nach fast 16 Monaten Haft, zuletzt im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis, kam der Pfälzer wieder frei.

Im März 2007 wurden im Persischen Golf 15 im Irak stationierte britische Soldaten während einer Patrouillenfahrt festgenommen und nach zweiwöchiger Gefangenschaft freigelassen. Nach britischen Angaben befanden sie sich zum Zeitpunkt ihrer Festnahme in irakischen Gewässern. Teheran erklärte dagegen, sie seien in iranisches Hoheitsgebiet eingedrungen.

Zurzeit werden im Iran drei US-Bürger festgehalten, die im gemeinsamen Grenzgebiet zum Irak aufgegriffen wurden. Die Journalisten hatten Ende Juli bei einer Wanderung in der nordirakischen Kurdenregion offenbar die kaum markierte iranische Grenze überschritten. Teheran wirft ihnen illegale Einreise und Spionage vor.

Kommentare zu " Britische Segler: Verhandlungen mit Iran über Freilassung laufen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%