Britische Zeitungen sprechen von Selbsmordattentätern
Fahrgäste sahen Attentätern in die Augen

Nach den neuerlichen Bombenanschlägen in London fahndet die Polizei nach bis zu vier Tätern. Augenzeugen gibt es genug.

HB LONDON. Als die Bomben nicht richtig gezündet hätten, seien die Täter weggelaufen, berichtete die britische Presse. Der U-Bahn-Passagier Abisha Moyo sagte der Zeitung „Daily Mail“, er habe einen Knall gehört, sich umgedreht und einen Mann auf dem Boden des Waggons liegen sehen. Zunächst habe er gedacht, der Mann sei angeschossen worden, doch dann habe er bemerkt, dass der etwa 20-Jährige auf einem Rucksack lag, aus dem Rauch kam. Andere Passagiere hätten die Notbremse gezogen, und wenig später sei der Mann über die Gleise der U-Bahn geflüchtet.

Ein Passagier in einem anderen der insgesamt drei angegriffenen U-Bahnzüge, Gary Carter, berichtete dem „Daily Express“, er habe die Explosion selbst gesehen. Der Mann, dem der Rucksack gehört habe, habe „erschrocken“ ausgesehen: „Er hat den Rucksack fast sofort zurückgelassen und ist geflohen. Drei Leute haben versucht, ihn daran zu hindern, aber vergeblich.“

In der Hoffnung auf Fingerabdrücke oder andere Anhaltspunkte untersuchten Experten der Polizei die Bomben-Reste in den drei U-Bahnen und dem Bus, in denen es am Donnerstag nahezu zeitgleich vier leichte Explosionen gegeben hatte. Festnahmen in dem Zusammenhang gab es nach Angaben der Polizei vom Freitag noch nicht. Zwei Personen seien nach Befragungen bereits am Donnerstag wieder freigekommen, erklärte Scotland Yard.

Die Behörden gehen davon aus, dass am Donnerstag nur eine Person verletzt wurde. Der Fahrgast sei mit Verdacht auf einen Asthma-Anfall im Krankenhaus behandelt worden.

Die Anschläge vom Donnerstag waren nach dem selben Muster verübt worden wie die Attentate vor zwei Wochen, aber weniger folgenschwer. Auch diesmal waren drei U-Bahnen und ein Bus das Ziel, damals waren jedoch 56 Menschen getötet und hunderte verletzt worden.

Die Behörden hatten allerdings schon am Donnerstag erklärt, auch diesmal seien die Sprengsätze mit dem Ziel eingesetzt worden, Menschen zu töten. Einige Bomben seien aber offenbar nicht explodiert.

Hinter dem Anschlag von vor zwei Wochen werden radikale Moslems mit Verbindungen zur Extremistenorganisation Al-Kaida vermutet. Nach Angaben der Polizei ist es aber noch offen, ob auch in diesem Fall eine solche Verbindung vorliegen könnte.

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