Britischer Premier: Camerons Spontan-Besuch in Libyen reibungslos

Britischer Premier
Camerons Spontan-Besuch in Libyen reibungslos

Während Großbritannien eine Reisewarnung aussprach, findet die libyische Regierung solche Sicherheitsbedenken lächerlich. So lief David Cameron demonstrativ zu Fuß über den Märtyrerplatz im Stadtzentrum.
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London/TripolisEine Woche nachdem das britische Außenministerium vor Reisen in die libysche Stadt Bengasi gewarnt hat, ist Premierminister David Cameron selbst nach Libyen gereist. Der britische Regierungschef traf am Donnerstag zu einem vorab nicht angekündigten Besuch in der Hauptstadt Tripolis ein, wo er eine Polizeiakademie besuchte. Anschließend traf er den Ministerpräsidenten der Übergangsregierung, Ali Seidan.

Cameron sagte, Großbritannien werde mit Ausbildung und Beratung helfen, die zunehmend schwierige Sicherheitslage in der Region in den Griff zu bekommen. Seidan bezeichnete Cameron als „Freund“ und betonte, die Sicherheitsrisiken in Libyen seien gar nicht so groß, wie dies von einigen westlichen Staaten behauptet werde. Ein Beweis dafür sei die Tatsache, dass Cameron jetzt nach Tripolis gekommen sei. Cameron spazierte während seines kurzen Besuchs auch über den Märtyrerplatz im Stadtzentrum.

Lokale Medien berichteten, ein Sprengsatz sei am Morgen neben einer Polizeistation in der östlichen Hafenstadt Bengasi detoniert, ohne dass jemand verletzt wurde. Mehrere Staaten hatten ihre Bürger in der vergangenen Woche aufgefordert, Bengasi zu verlassen, wo im September 2012 der US-Botschafter und drei weitere Amerikaner von militanten Islamisten getötet worden waren.

Der britische Regierungschef äußerte in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Seidan die Hoffnung, im postrevolutionären Libyen Antworten auf ungeklärte Fragen aus der Zeit des Regimes von Muammar al-Gaddafi zu finden. Dazu gehörten der Anschlag auf ein US-Flugzeug 1988 über dem schottischen Lockerbie oder Gaddafis Unterstützung für die IRA im Nordirland-Konflikt.

Großbritannien hatte 2011 gemeinsam mit Frankreich die Führung der Militäroperation zum Sturz Gaddafis übernommen. Im Nachbarland Algerien hatte Cameron tags zuvor eine Sicherheitspartnerschaft mit der dortigen Regierung vereinbart. Diese soll auch eine Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Länder beinhalten.

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