Britischer Staatsanwalt fliegt nach Guantanamo
Kein Militärprozess gegen britische El-Kaida-Gefangene

Die USA werden neun wegen Terrorverdachts im umstrittenen US-Stützpunkt Guantanamo Bay gefangen gehaltene Briten nicht vor ein Militärgericht stellen. Das sagte ein Sprecher der Regierung in London am Freitag.

HB/dpa LONDON. Der britische Generalstaatsanwalt Lord Goldsmith werde am Sonntag an der Spitze eines Teams, zu dem auch Angehörige des Außen- und Innenministeriums gehören, in die USA fliegen, um mit den dortigen Behörden über das weitere Schicksal der Inhaftierten sprechen. Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush hatten am Abend zuvor das Thema besprochen.

Unter den neun Briten befinden sich auch der 23 Jahre alte Feroz Abbasi und der 35-jährige Moazzam Begg. Die beiden gehören zu sechs mutmaßlichen Mitgliedern des Terrornetzes El Kaida, die möglicherweise noch in diesem Herbst vor US-Militärgerichte gestellt werden sollten. Dabei hätte ihnen auch die Todesstrafe gedroht. Gleichzeitig würden zunächst auch keine ähnlichen Schritte gegen australische Staatsangehörige unternommen, die sich in Guantanamo-Bay befinden, hieß es von britischer Seite weiter.

Die britische Regierung in London hatte nicht zuletzt wegen der Todesstrafe „starke Vorbehalte“ gegen die geplanten Militärgerichte geäußert. Zahlreiche britische Parlamentsabgeordnete unterschrieben kürzlich einen Antrag, wonach die britischen Gefangenen im Vereinigten Königreich vor Gericht gestellt werden sollen.

Amnesty International (AI) verlangte unterdessen, dass keiner der rund 650 auf dem US-Militärstützpunkt Inhaftierten vor ein Militärgericht gestellt werden dürfe. Bereits zuvor hatte die Organisation gewarnt, mit den geplanten Verfahren würden ausländische Angeklagte in „Verletzung internationalen Rechts einen Prozess zweiter Klasse bekommen“.

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