Britisches Parlament will Fuchsjagd ab 2006 verbieten
Prinzenfreund und Rockstar-Sohn stürmen Unterhaus

Das britische Unterhaus will die Fuchsjagd verbieten. Fünf Gegner des Verbots stürmten in den Plenarsaal, darunter der Sohn des Rockstars Brian Ferry und ein Freund der Prinzen William und Harry. Die Randalierer bedrohten ranghohe Politiker.

HB LONDON. Das britische Unterhaus hat am Mittwochabend beschlossen, die Fuchsjagd von Juli 2006 an zu verbieten. Es wird zwar damit gerechnet, dass das Gesetz im Oberhaus abgelehnt wird, wie es bereits mehrfach passierte. Doch für diesen Fall hat die Regierung angekündigt, das Verbot durch ein selten angewendetes Sondergesetz, den Parliament Act, doch noch durchzusetzen.

Die Debatte über das Verbot wurde von einem beispiellosen Zwischenfall unterbrochen: Fünf Anhänger der Fuchsjagd stürmten in den Sitzungssaal. Sie hatten sich aus einer Demonstration von rund 10 000 Fuchsjagd-Befürwortern gelöst. Bekleidet mit weißen T-Shirts, die mit den Gesichtern von Premierminister Tony Blair und seiner Frau Cherie bedruckt waren, näherten sie sich bis auf wenige Meter einem Minister, der gerade eine Rede hielt. Sie bedrohten wild schreiend und gestikulierend den für das Fuchsjagd-Verbot verantwortlichen Staatssekretär Alun Michael, wurden aber schnell überwältigt.

Parlamentspräsident Michael Martin sagte am Abend, die Männer hätten sich mit einer gefälschten Einladung Zugang zum Parlament verschafft. Ein Inhaber eines Passierscheins für das Gebäude habe sie dann zum Sitzungssaal geleitet. Wer dies gewesen sei, werde zurzeit von der Polizei ermittelt. Auf ihrem Weg in den durch die Korridore des Parlamentsgebäudes sollen die Eindringlingen auch das Büro von Premierminister Tony Blair passiert haben.

Einer der fünf Eindringlinge war der Sohn des Rockstars Bryan Ferry, der 21-jährige Otis Ferry, der bereits zwei Mal vor dem Haus von Premierminister Tony Blair demonstriert hatte. Er soll nach britischen Zeitungsberichten den Plan geschmiedet haben. Auch ein gemeinsamer Freund der Prinzen William und Harry soll zu den Randalierern gehört haben, der 27-jährige Luke Tomlinson. Seine Eltern sind mit Prinz Charles befreundet. Insgesamt drangen acht Demonstranten ins Parlament vor, drei konnten jedoch am Eingang zum Sitzungssaal überwältigt werden. Alle acht wurden festgenommen und verhört.

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