Britisches Überseegebiet
Spanien kündigt „legale“ Maßnahmen gegen Gibraltar an

Vor 300 Jahren wurde Gibraltar im Vertrag von Utrecht zugesprochen. Doch noch immer bekämpft Spanien den Status Quo und erhebt Anspruch. Dabei wollen die Einwohner des Gibraltars gar nicht zu Spanien gehören.
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MadridIm eskalierenden Konflikt um das britische Überseegebiet Gibraltar hat Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy Aktionen zur Verteidigung der spanischen Interessen angekündigt. Er werde aber „nur legale und angemessene Maßnahmen“ ergreifen, erklärte Rajoy am Freitag nach einem Treffen mit König Juan Carlos auf der spanischen Ferieninsel Mallorca. Der konservative Regierungschef versicherte zugleich, er trete für den Dialog ein. Sein Telefonat mit dem britischen Premier David Cameron am Mittwoch sei „konstruktiv“ gewesen. Er hoffe, dass die Gespräche bald wiederaufgenommen würden.

Spanien wirft Gibraltar vor, Ende Juli Betonblöcke mit Metallstacheln in spanische Gewässer geworfen zu haben, um so ein künstliches Riff zu schaffen, das die Arbeit der spanischen Fischer behindere. Rajoy bewertete dies zudem als „Anschlag auf die Umwelt“. Die spanischen Behörden reagierten mit verstärkten Kontrollen an der Grenze zu dem Territorium an der Südspitze der iberischen Halbinsel, die bei hochsommerlichen Temperaturen für stundenlange Verzögerungen bei der Abfertigung sorgten.

Eine für Mitte August angesetzte Übung der britischen Kriegsflotte vor Gibraltar, die einige spanische Medien am Donnerstag als Provokation inmitten des Konflikts kritisiert hatten, bereitet Rajoy keine Sorgen. Die Übung sei bereits seit Anfang Juni bekannt, also vor Ausbruch des neuen Konflikt, sagte er.

Gibraltar war Großbritannien vor 300 Jahren im Vertrag von Utrecht zugesprochen worden. Spanien erhebt Anspruch auf das Gebiet. Die überwältigende Mehrheit der Einwohner will jedoch nicht zu Spanien.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Insel Menorca war auch mal britisch, musste aber 1783 an Spanien zurück gegeben werden. Vielleicht hätten die Spanier auch über Gibraltar schon damals verhandeln sollen ...

  • So so, da gab es also mal einen Vertrag von Utrecht vor 300 Jahren, ... , aber was hat das heute zu bedeuten ? Jedem, der ein Geschichtsbuch lesen kann, ist bekannt, dass damals das Recht des Stärkeren galt. Spanien war ein Kolonial-Reich mit schwindender Macht, aber zur Ausraubung Südamerikas hats gereicht. England, zur neuen Flottenweltmacht aufgestiegen begann als Seeräuber-Nation und hat das Recht immer im Bewusstsein seiner überlegenen Militärmacht gedeutet. Ich bin kein Historiker, aber es würde mich wundern wenn dieser "Vertrag" so ganz offen und freiwillig zustande gekommen wäre.
    Inzwischen hat sich die Lage verändert : Spanien und England sind ziemlich pleite - aber England ist in der stärkeren Position - hat eine eigenständige Nationalbank, kann beliebig Pfund drucken. Wie zur Zeit der Falkland-Krise versuchen konservative Kräfte in beiden Ländern von inneren Problemen abzulenken und betäuben die Sinne mit national-territorialen Fragen. Dabei dürfte die heutige strategische Bedeutung von Gibraltar deutlich geringer geworden sein. Sollte die Überorganisation NATO die Streithähne nicht zu Ordnung rufen können wäre das ein Indiz für den Zerfall der Autorität.
    "Die überwältigende Mehrheit der Einwohner will jedoch nicht zu Spanien." Das ist ja wohl logisch. Wer möchte schon seinen Sonderstatus verlieren, Privilegien aufgeben, etc. . Gäbe man Spanien 300 Jahre , ich bin sicher, es würde gelingen die Bevölkerung umzuerziehen, zu indoktrinieren und zu stolzen Iberern zu mächen. Was also soll diese Pseudo-Information ? Ein Hauch von Demokratie ?? Und wie lange könnte ein "wiedervereinigtes Spanien" seine essentiellen Probleme verdrängen ?

  • Wer "Anderen" was wegnimmt muß immer damit rechnen, daß die bestohlenen es wieder zurückhaben wollen.
    Ein Hoch auf die Spanier - nur wer Rückgrat hat wird am Ende überleben. Japan ist ein weiteres Beispile, siehe Kurilen! Deutschland leider im Kotau ersofffen! Wir sind die einzige Nation auf dieser Welt die an der eigenen Zerstörung aktiv mitarbeiten! Kotau Helau!!

    Die "Briten" sollten sich zurück auf die "Insel" machen, da ist auch das Wetter "besser"! Noch eine sehr milde Strafe für Diebstahl.
    Wenn Sie die Briten für Alles Unheil, welches Sie auf der "kolonialen Welt" angerichtet haben wirklich mal zur Verantwortung gezogen würden ... dann wäre selbst das Wetter noch ein Bonbon auf besagter Insel!

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