Brown folgt Blair: Labour beendet Erbfolgekrieg

Brown folgt Blair
Labour beendet Erbfolgekrieg

Der britische Premierminister Tony Blair will sein Amt Medienberichten zufolge bereits im nächsten Jahr an Schatzkanzler Gordon Brown übergeben. Darüber hinaus haben beide Politiker vereinbart, eng zusammenzuarbeiten, um die Labourpartei auf Kurs in der Mitte zu halten.

LONDON. So sollen die reibungslose Amtsübergabe und der nächste Labourwahlsieg gesichert werden.

Forciert wurde die Beendigung des langen Erbfolgekrieges an der Spitze der Regierungspartei durch die Renaissance der britischen Konservativen unter ihrem neuen Vorsitzenden David Cameron und Unruhe am linken Labour-Flügel. In einem BBC-Interview bestätigte Brown am Sonntag, dass er die Richtung der Regierungspolitik nun mitbestimme. Die angebliche Vereinbarung über die Amtsübergabe bestritt er aber.

Nach Medienberichten könnte Regierungschef Blair seinen Rücktritt vielleicht schon beim Labourparteitag im Herbst ankündigen und in der ersten Hälfte des kommenden Jahres vollziehen. So könnte er im Mai 2007 noch sein zehnjähriges Amtsjubiläum feiern. Brown hätte dann Zeit, sich vor der Unterhauswahl 2009 als Premierminister zu etablieren und den Kampf mit Tory-Chef Cameron und den wieder machthungrigen Konservativen aufzunehmen.

Zeichen dafür, dass die beiden langjährigen Rivalen sich einig sind, gibt es viele. Auf einem kleinen Labourparteitag am Wochenende stellten sich auch notorische „Blairites“ demonstrativ hinter Brown. Labour-Schwergewichte wie Innenminister Charles Clarke, die bisher als Gegner Browns gehandelt wurden, sprachen von einer „Doppel-Premierschaft“. Der als potenzieller Brown-Gegenkandidat gehandelte Minister David Milliband sagte über den Schatzkanzler: „Ich kann mir niemand denken, der besser geeignet wäre, das Land zu führen.“

Brown selbst hat nun begonnen, in einer Serie von Grundsatzreden sein zukünftiges Regierungsprogramm zu skizzieren. Gestern ging er in einer Ansprache zur Sicherheitspolitik weit über sein Portefeuille als Schatzkanzler hinaus – und stellte sich nebenbei klar hinter die geplante Einführung von Personalausweisen in Großbritannien, die kontrovers diskutiert wird. Das Unterhaus wollte am Montagabend über die strittige Frage entscheiden. Der Eindruck, dass Brown bereits im Alleingang für die Fraktionsdisziplin verantwortlich war, verstärkte sich noch, weil Blair wegen eines Flugzeugschadens in Südafrika festsaß.

In seiner Rede forderte Brown einen neuen „nationalen Konsens“ gegen den Extremismus, der auch die britischen Muslime einbeziehen müsse. Er machte sich für härtere Anti-Terror-Gesetze stark und versprach, als Premier mehr Geld für den Krieg gegen den internationalen Terrorismus auszugeben.

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