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15.07.2008 
Kernenergie

Brown will acht neue Atommeiler

von Mathias Thibaut

Deutschland diskutiert weiter über die Atomkraft, für London kann es nicht schnell genug gehen: die britische Regierung forciert das Tempo beim Ausbau der Kernenergie. So will Premier Gordon Brown sein Land gegen Energielücken und für den Klimawandel rüsten.

Volle Kraft für die Kernkraft: Der britische Premier Gordon Brown. Foto: ReutersLupe

Volle Kraft für die Kernkraft: Der britische Premier Gordon Brown. Foto: Reuters

LONDON. Die britische Regierung will in den nächsten zwei Jahren acht neue Atomkraftwerke auf den Weg bringen. Diese Zahl wurde von Ministerpräsident Gordon Brown am Rande des Mittelmeergipfels am Sonntag in Paris in Umlauf gebracht und gestern von der Downing Street bestätigt. Doch sei die Zahl "nach oben nicht begrenzt". Erste neue Atommeiler sollen 2018 ans Netz gehen.

"Großbritannien wird seine alten Atomkraftwerke rasch ersetzen. Überall in der Welt sehe ich neues Interesse an dieser Technologie. Die Länder kennen die Alternative: Abhängigkeit von Öl und ungebremster Klimawandel", sagte Brown in Paris.

Acht Kraftwerke sind das Minimum, um die Energielücke abzudecken, die durch die Abschaltung der alternden zehn britischen Atommeiler bis 2012 entsteht. Schon jetzt geht der Atomstromanteil durch altersbedingte Pannen zurück. British Energy lieferte im zweiten Quartal bereits 17 Prozent weniger Atomstrom als im Vorjahr. Im Mai fiel wegen Pannen in 500 000 britischen Wohnungen der Strom aus. Die Briten haben zwar ehrgeizige Ziele auch für erneuerbare Energien, doch hält Industrieminister John Hutton einen Atomstromanteil bis 40 Prozent für möglich.

Seit ihrer Grundsatzentscheidung im Januar bringt die Regierung Brown mit Hochdruck die Kernkraft voran. Ende 2009 oder Anfang 2010 soll das konkrete Bauprogramm mit der Entscheidung für Betreiber und Standorte verkündet werden. Genehmigungsverfahren sollen dann im Eilverfahren bis Ende 2012 abgeschlossen werden. Die fünfjährige Bauphase der Kraftwerke soll Anfang 2013 beginnen. Eine Prüfung von vier in Frage kommenden Kraftwerkstypen der Unternehmen AECL, Areva, GE-Hitachi und Toshiba-Westinghouse ist bereits seit einem Jahr im Gange.

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