Browns Amtsjubiläum
Stalin Brown als Mr. Bean

Genau vor einem Jahr hat Gordon Brown sein Amt als britischer Premierminister angetreten. Doch an seinem Jahrestag kann er mitnichten eine positive Bilanz ziehen: Keiner lässt ein gutes Haar an ihm, bei vielen gilt er als „out of touch“.

LONDON. Seit Gordon Brown Premierminister ist, gibt er sich gern heroisch. Er hebt das Kinn und richtet den Blick über seine Nasenspitze in die Ferne auf die Vision, die Großbritannien den Wandel bringen soll. So stand er kürzlich auch auf der Freitreppe des Elysée Palastes und übersah völlig, dass Präsident Sarkozy ihm die Hand schütteln wollte. Mehrfach musste der Präsident dem Premier mit dem Handrücken auf den Bauch klopfen, um sich in Erinnerung zu bringen.

Die Briten lachten Tränen. Wieder einmal hatte sich ihr Premier in der 24-Stunden-News-Welt verirrt. Stalin Brown als Mr. Bean. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt wird Brown in den Medien gnadenlos analysiert und niemand lässt ein gutes Haar an ihm. Schlechte Umfrageergebnisse ist der Premier gewohnt. Etwa, dass 49 Prozent der Briten heute die Konservativen wählen würden. Aber es wird ihn schon gewurmt haben, dass sich laut „Mail on Sunday“ 53 Prozent der Briten Tony Blair zurückwünschen. Noch schlimmer: Nur 13 Prozent glauben, dass Gordon Brown seine Hemden selbst bügeln könnte. Brown gilt als „out of touch“.

Von Fairness keine Spur. Die Tories wiesen sogar nach, dass die bloße Anwesenheit Browns in einem Stadion genügt, seiner Seite die Niederlage zu sichern. Etwa im letzten August, als er bei der Eröffnung des Wembley Stadions neben Angela Merkel saß. Deutschland gewann 2:1. Was ist mit der Sympathie der Engländer für Verlierer, den „Underdog“? Nicht bei dem Schotten Brown. Schwerer wiegt die Enttäuschung, vor allem bei der Labourlinken, die so große Hoffnungen auf Blairs Nachfolger setzten.

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