Bruder des Entführten setzt Premiermister Blair kurz vor Parteitag unter Druck
Britische Geisel offenbar am Leben

Paul Bigley, der Bruder der britischen Geisel, sagte, er habe am Abend Informationen erhalten, wonach sein Bruder Kenneth am Leben sei. Die britische Regierung habe aber bisher nur wenig getan, um den 62-Jährigen aus der Geiselhaft freizubekommen. „Ich verlange ja nicht, dass sie verhandeln, sondern dass sie einfach nur kommunizieren. Schickt einfach ein lausiges, verdammtes Fax!“ Das Schweigen des britischen Premierministers Tony Blair in der Geiselkrise komme einem „Todeskuss“ für seinen Bruder gleich. Paul Bigley, der aus seiner Wahlheimat Niederlande einer Versammlung von Kriegsgegnern in Großbritannien telefonisch zugeschaltet war, brach während des Gesprächs zusammen.

In einem CNN-Interview deutete Paul Bigley am Sonntag zudem an, es gebe Gespräche mit den Geiselnehmern. „Ein Dialog ist im Gange, und dieser ist nicht von der Downing Street eröffnet worden.“ Der Dialog laufe über den arabischen Fernsehsender El Dschasira, der „das Postfach der Golfregion“ sei.

Auch das Schicksal der beiden vor fast drei Wochen im Irak entführten italienischen Aufbauhelferinnen blieb am Sonntag weiter ungewiss. Die Geiselnehmer bestehen nach wie vor darauf, dass Rom seine Soldaten aus dem Irak abzieht, hieß es nach Zeitungsberichten aus Kuwait unter Berufung auf „islamische Quellen“. Die beiden Frauen seien aber unversehrt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%