Brüchige Waffenruhe
Im Irak geht die Welle der Entführungen weiter

Die Welle der Entführungen im Irtak dauert an. Zwar ließen die Aufständischen mehrere Geiseln aus Staaten frei, die keine Soldaten in den Irak entsandt haben. Gleichzeitig wurden aber vermutlich vier Italiener entführt. In der Hand der Rebellen befinden sich zahlreiche weitere Geiseln.

HB BAGDAD. Ungewiss ist das Schicksal von sieben Amerikanern, drei japanern und drei verschwundene Journalisten aus Tschechien.

In der seit acht Tagen belagerten westirakischen Stadt Falludscha hielt die von Mitgliedern des Regierungsrats ausgehandelte Waffenruhe. Es gab jedoch weiter vereinzelte Gefechte. Augenzeugen vom Abschuss eines „Apache“-Hubschraubers des US-Militärs in der Nähe von Falludscha, bei dem die Besatzung ums Leben gekommen sein soll. Der Nachrichtensender El Dschasira berichtete am Nachmittag, US- Panzer seien in ein Viertel der belagerten Stadt eingerückt und auf erbitterten Widerstand gestoßen.

Seit Beginn der US-Offensive in der Rebellen-Hochburg Falludscha sind nach Angaben eines Arztes dort 620 Iraker getötet und mehr als 1275 Menschen verletzt worden. Essam Mohammed, ein Arzt des Allgemeinen Krankenhauses, sagte, während der Feuerpause der vergangenen drei Tage seien rund 20 Menschen von US-Scharfschützen getötet worden. Am Dienstag reiste nach Angaben der Islamischen Partei eine Delegation von Bürgern der Stadt nach Bagdad, um mit der US-Armee zu verhandeln.

Acht russische und ukrainische Ingenieure, die am Montagabend in Bagdad entführt wurden, kamen am Dienstag wieder frei. Die Ausländer hatten die Kidnapper darauf hingewiesen, dass sie als Mitarbeiter eines russischen Unternehmens ein Heizkraftwerk am Stadtrand von Bagdad in Stand setzten. Daraufhin hätten die Entführer die Männer ziehen lassen, erklärte der Arbeitgeber der Männer, die Firma „Interenergoservice“, in Moskau.

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