Brüssels Problemviertel nach den Anschlägen
Molenbeek kämpft gegen seinen Ruf als „Terror-Nest“

Molenbeeks Ruf ist spätestens seit den Anschlägen von Paris ruiniert. Doch die Bürger des Brüsseler Stadtviertels wollen das Bild der Islamisten-Hochburg Europas nicht hinnehmen. Ein Ortsbesuch.
  • 17

BrüsselAuf dem Gemeenteplein, dem Gemeindeplatz, steht ein aus Kerzen geformtes „Molenbeek“. Der Buchstabe „o“ ist als Eiffelturm-Peace-Zeichen dargestellt. Immer wieder kommen Menschen hinzu und zünden Lichter an. Wenige Meter davon entfernt stehen weitere Kerzen, die als Postleitzahl des Problemviertels „1080“ angeordnet sind.

Für einen Abend mitten in der Woche herrscht großer Andrang auf dem Platz vor dem Gemeentehuis, dem Rathaus. Mehr als 1.000 Bürger aus Molenbeek und den anderen 18 Gemeinden Brüssels sind gekommen. Sie wollen ein Zeichen setzen gegen die Negativschlagzeilen über ihr Viertel.

Die Bürger tragen selbstgebastelte Plakate und Fahnen in die Höhe, etwa mit der Aufschrift: „I Love Molenbeek“. Sie rufen zum Frieden auf. Eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge von Paris wird von Gesängen der Demonstranten unterbrochen: „Wir sind nicht alle Terroristen“, lautet ihre zentrale Botschaft.

Noch nie hat Thes Pascale so viele Menschen, vor allem aber Journalisten, hier gesehen. Seit zehn Jahren unterrichtet sie als Sportlehrerin an der Athenee Serge Creuz-Schule in Molenbeek. Gemeinsam mit ihren Schülern hat sie Plakate gemalt, auf denen viele bunte Puzzleteile zu sehen sind. Es ist eine Anspielung auf den hohen Ausländeranteil im Stadtviertel. Nach wie vor unterrichte sie gerne in Molenbeek – größere Probleme gab es noch nie, sagt sie.

Von den Medienberichten, die das Viertel im Nordwesten Brüssels als „Terror-Nest“ darstellen, ist sie daher wenig begeistert. Damit steht sie nicht allein: Viele der Anwesenden diskutieren miteinander über die jüngsten Ereignisse. Sie sind daran interessiert, den Medienvertretern ihre Ansichten darzulegen.

Seite 1:

Molenbeek kämpft gegen seinen Ruf als „Terror-Nest“

Seite 2:

Bekannt als Islamisten-Hochburg

Kommentare zu " Brüssels Problemviertel nach den Anschlägen: Molenbeek kämpft gegen seinen Ruf als „Terror-Nest“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Herr C. Falk
    Das kann ich nicht bestätigen. Wenn er es auf dem Feldberg oder Belchen probiert, könnte er Glück haben. ;-)

  • Breisgau können Sie vergessen. In Freiburg wird gerade in der Stadthalle, gelegen in einem gutbürgerlichen Wohnquatier mit viel Grünfläche rundherum, eine Asylunterkunft für 500 "Flüchtlinge" eingerichtet.

    Das nicht weitgelegene Einkaufszentrum Zoe erhofft sich steigende Weihnachtsumsätze durch die muslimischen Neuankömmlinge.

  • Wenn man dann liest, daß die Politik die Bauvorschriften für Neubauten lockern will, um schnell „Wohnraum“ für die Illegalen schaffen will, in dessen näheren Umgebung kein Einheimischer, höchstens durch Zwang leben will, werden Molenbeeks doch gerade von politischer Seite geschaffen und gefördert.
    Aber an „Bewohnern“ sollte es nicht fehlen bei dem noch stets massenhaften und unkontrollierten illegalen Grenzverletzungen der in erster Linie Wirtschaftsreisenden und wer weiß was sich noch darunter befindet und sich durch winken läßt.

    Reichen nicht die, in der Hauptsache libanesischen Familienclans in Bremen, Duisburg u.a. die nicht nur einige Straßen, sondern auch die gesamte Stadt auf irgend eine Weise durch ihr Ganstertum in ihre Gewalt gebracht haben?
    Eigene „Streitschlichter,“ eigene „Clangerichte“ und auch Strafen aussprechen und scheinbar auch von den dt. Gerichten sonder Privilegien und Rechte eingeräumt bekommen, milde Urteile von den dt. Gerichten, aber wenn man die Dauer der Haftzeiten zusammen zählt locker in den Bereich von Lichtjahren kommt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%