BTC-Pipeline
Das Öl fließt durch die Milliarden-Röhre

Die mit massiver Unterstützung der USA gebaute Ölpipeline vom Kaspischen Meer zum Mittelmeer hat am Mittwoch ihren Betrieb aufgenommen. In Gegenwart des US-Energieministers Samuel Bodman öffneten die Präsidenten Aserbaidschans, Georgiens und der Türkei bei Baku die Ventile.

HB BAKU. Die fast 1800 Kilometer lange Röhre führt von der Hauptstadt Aserbaidshans zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan. Mit der geostrategisch wichtigen Leitung wollen die wollen die USA die Abhängigkeit vom Öl der Saudis verringern. Die Röhre sichert den Zugang zu den Vorkommen im Kaspischen Meer unabhängig von Russland und Iran.

Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew bezeichnete die Pipeline mit einer geplanten Kapazität von 50 Mill. Tonnen pro Jahr als Stabilitätsfaktor in der Region. "Die Pipeline Baku-Tiflis-Ceyhan wird bei der regionalen Zusammenarbeit und Sicherheit eine große Rolle spielen", betonte Alijew in Baku.

Die mit Baukosten von umgerechnet etwa 2,5 Mrd. Euro extrem teure Route ist die erste direkte Verbindung zwischen Kaspischem Meer und Mittelmeer. Auf seinem Weg nach Ceyhan wird das Öl in Georgien über bis zu 2800 Meter hohe Berge gepumpt.Zum Schutz vor Sabotageakten ist die Leitung auf ihrer gesamten Länge einen Meter tief in der Erde vergraben. Die Pipeline macht gefährliche Tankerfahrten durch den Bosporus überflüssig.

Bei voller Auslastung soll die Pipeline täglich eine Million Barrel (je 159 Liter) Öl in Richtung Westen transportieren. Das entspräche einem Zehntel des täglichen Ölimports der USA. Die Pipeline wurde von einem internationalen Konsortium unter der Führung des britischen Ölkonzerns BP in zwei Jahren gebaut.

Der kasachische Staatspräsident Nursultan Nasarbajew kündigte in Baku an, die Ölindustrie seines Landes werde die neue Pipeline ebenfalls für Exporte in Richtung Westen nutzen. Ölexperten hatten Zweifel geäußert, dass die aserbaidschanischen Vorkommen im Kaspischen Meer langfristig ausreichen werden, um die Pipeline auf die geplante Betriebsdauer von 40 Jahren zu füllen.

In Russland wurde die Inbetriebnahme der BTC-Pipeline mit kritischen Worten begleitet. "Es ist völlig klar, dass dieses Projekt aus politischen und nicht aus ökonomischen Motiven entstand", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Konstantin Kossatschow. Russische Analysten schätzen, die Transportkosten mit der BTC-Pipeline seien etwa doppelt so hoch wie der bisherige Exportweg des aserbaidschanischen Kaspi-Öls über den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk.

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