Budgetlücke
Für Olympia in Rio fehlen Hunderte Millionen

Im Juni haben die Brasilianer protestiert, weil der Staat Milliarden in die Fußballweltmeisterschaft pumpt. Nun stellt sich heraus: Auch die Organisatoren der Olympiade sind bei der Sponsorensuche recht erfolglos.
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Rio de JaneiroDie Organisatoren der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 müssen eine Budgetlücke von 700 Millionen Dollar (rund 528 Millionen Euro) womöglich mit Staatsgeldern stopfen. Das teilte der Leiter des Organisationskomitees der Olympiade, Leo Gryner, am Freitag mit.

Demnach dürfte es zu Finanzierungsproblemen kommen, wenn örtliche Organisatoren der Spiele nicht genügend Sponsoren an Land ziehen können. „So wie unser Budget aktuell aussieht, brauchen wir diese 700 Millionen Dollar“, sagte Gryner auf einer Pressekonferenz. Die Olympiade soll in gut drei Jahren am 5. August 2016 starten.

Erst Anfang der Woche hatte Gryner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP eingeräumt, dass Vorbereitung und Organisation der Spiele mit bis zu vier Milliarden Dollar zu Buche schlagen könnte. Bevor Rio 2009 den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympiade bekam, war im Haushaltsplan noch von 2,8 Milliarden Dollar die Rede gewesen.

Fast ausschließlich aus dem Staatssäckel fließen bereits rund 13,3 Milliarden Dollar in die Vorbereitung der Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr. Die hohen Kosten sorgten für einen öffentlichen Aufschrei, der sich in Brasilien unter anderem in den Sozialprotesten im Juni niederschlug. Die Demonstranten fanden, dass das Geld für die Verbesserung des maroden Schul- und Gesundheitssystems sowie für den öffentlichen Nahverkehr ausgegeben werden sollte.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Budgetlücke: Für Olympia in Rio fehlen Hunderte Millionen"

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  • "Brasilien hat sich selber darum beworben"

    Davon gehe ich mal aus!
    Das widerspricht aber doch nicht meinem Beitrag!

    Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet nicht der Kandidat, sondern die FIFA! Wie und warum auch immer...

    "...Argentinien hat dankend abgelehnt bei der WM - kein Geld."

    Mag sein! Dann waren die eben klug genug zu erkennen, daß sie nicht dafür bereit waren. Andere waren das eben nicht, riskieren trotz besseren Wissens das Geld ihrer Bürger und hoffen, daß die Einnahmen die Ausgaben übersteigen werden und daß die Sportstätten auch nach der Veranstaltung noch genug Geld einbringen, um die eventuellen Schulden zu tilgen.
    Ich kann mir vorstellen, daß das in Deutschland "72 und "74 funktioniert hat, aber in SA 2006...???

    Vielleicht bekam Südafrika die WM auch nur, weil es ein politisches Signal sein MUSSTE, solange Nelson M. noch lebt!
    Die Politik lebt seit dem Altertum von Symbolen, und der Spocht ist ihre Hure!

  • @Santos

    Die Schleife von Olympia über Fussball zu Autoherstellern ist doch ein wenig weit hergeholt

    @Willi Kammschott

    Brasilien hat sich selber darum beworben, Argentinien hat dankend abgelehnt bei der WM - kein Geld.

    Bei Olympia haben sich auch viele andere Städte beworben.

  • Wie konnte man das auch in ein solches Land wie Brasilen gelegt werden?
    Diese Frage muß mal gestellt werden

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