Bündnis gegen Brüssel
Europas Rechte macht mobil

Europas Rechte ist stark, aber zersplittert. Das soll sich ändern. Front-National-Chefin Le Pen besucht den Rechtspopulisten Wilders in Den Haag. Ihr Ziel: Ein rechtes Bündnis in Europa.
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Amsterdam/ParisDer niederländische Rechtspopulist Geert Wilders sucht in Europa neue Freunde. An diesem Mittwoch empfängt er die Parteichefin der französischen Front National, Marine Le Pen, in Den Haag. Dies ist mehr als eine Anstandsvisite. Europas Rechte will sich verbrüdern.

„Anti-Europa-Koalition kommt immer näher“, twitterte Wilders begeistert nach Besuchen beim österreichischen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, bei Filip De Winter vom belgischen Vlaams Belang und der Parteichefin der rechtsextremen Front National. Beim Gegenbesuch Le Pens nun könnte das Bündnis rechtzeitig vor der Europawahl 2014 besiegelt werden.

Was die beiden Blondschöpfe besprechen, bleibt vorerst ein Rätsel. Der Führer der niederländischen Partei für die Freiheit (PVV) hält es nicht so mit der Offenheit. Sogar seine eigenen Fraktionskollegen erfuhren nur per Twitter vom Besuch aus Frankreich.

Es wird wohl keine Liebesheirat. Die Gegensätze zwischen Wilders PVV und Le Pens FN sind groß. Aber die Kritik an Europa und der Hass auf den Euro verbinden. Außerdem teilen sie die Einsicht, dass sie nur gemeinsam in Brüssel etwas erreichen können.

Die PVV ist im Europäischen Parlament mit nur vier Abgeordneten isoliert. Auch die drei Abgeordneten der Front National sitzen fraktionslos im Europaparlament.

In der Vergangenheit arbeiteten rechtsextreme Parteien bereits zusammen, doch das führte nie zu einem schlagkräftigen Bündnis auf europäischer Ebene. Unterschiede und gegenseitiges Misstrauen waren zu groß.

Das gilt auch für Wilders und Le Pen. Der niederländische Rechtspopulist verurteilte bisher stark den unverhohlenen Antisemitismus des FN-Parteigründers Jean-Marie Le Pen. Wilders ist ein großer Freund Israels. Auch ist die Anti-Homosexuellen-Haltung der Front National meilenweit vom Standpunkt der PVV entfernt.

Kommentare zu " Bündnis gegen Brüssel: Europas Rechte macht mobil"

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  • Innerhalb der nächsten 2 J. wird AUCH TÜRKEI EU MITGLIED! Daran erkennt man deutlicher denn je, wessen Interessen Brussel vertritt: nämlich nur der Lobbysten, die neue Absatzmärkte für Gross-Industriellen suchen. Aber, dass Europäische Kultur und Bräuche immer stärker gefährdet und das traditionelle Gesicht Europas immer stärker verschleiert und "muslimisiert" wird, scheint völlig uninteressant zu sein.
    Was hat Türkei in der EU zu suchen?
    Werden wir auch das noch hinnehmen und wie eine Herde hinter Brüssel hertrotten?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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