Bündnis mit Russland gegen nuklearen Terrorismus: Bush würdigt in Slowakei Demokratisierung im Osten

Bündnis mit Russland gegen nuklearen Terrorismus
Bush würdigt in Slowakei Demokratisierung im Osten

US-Präsident George W. Bush hat bei seinem Besuch in der Slowakei die Demokratisierung im ehemaligen Ostblock gewürdigt und dabei einen historischen Bogen zu dem Vorgehen der USA im Irak geschlagen. Erstmals während seiner Europa-Reise wandte sich der US-Präsident direkt an die Menschen.

HB BRATISLAVA. Bush wollte in der slowakischen Hauptstadt Bratislava am Donnerstag noch mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammentreffen und dabei wohl auch Defizite in der dortigen demokratischen Entwicklung ansprechen. Einem Zeitungsbericht zufolge wollte er mit Putin zudem einen Pakt gegen die Gefahr eines nuklear ausgerüsteten Terrorismus schließen. Bush war am Mittwoch nach seinem Deutschland-Besuch zum Abschluss seiner Europa-Reise weiter nach Bratislava geflogen.

„Der Vormarsch der Freiheit ist das gemeinsame Werk von Generationen“, sagte Bush vor rund 4 000 Menschen auf dem Marktplatz in Bratislava. „Es hat fast ein Jahrzehnt seit der Samtenen Revolution (1989) gedauert, in diesem Land die Demokratie zu verwurzeln“, fügte Bush hinzu. Die Demokratie sei im ehemaligen kommunistischen Ostblock in den vergangenen 15 Jahren weiter vorangeschritten und habe nun auch Georgien und die Ukraine erreicht. Die bevorstehenden Wahlen in Moldawien seien ein weiterer Schritt und auch das von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regierte Weißrussland werde noch demokratisch werden, sagte Bush. „Das Volk Weißrusslands wird unweigerlich eines Tages stolz zur demokratischen Welt gehören.“

Erstmals während seiner Europa-Reise und im völligen Gegensatz zu dem streng abgeschirmten Besuch in Deutschland am Vortag wandte sich der US-Präsident in Bratislava direkt an die Menschen. Viele von ihnen spendeten Bush Beifall während dessen Rede. Offenbar davon ermutigt ging Bush anschließend auf einige zu und schüttelte ihnen die Hände. Nicht nur in der Slowakei, sondern auch in anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks ist Bush populär, sehen sie ihn doch als unbeirrten Kämpfer gegen Unterdrückung und für Meinungsfreiheit und Demokratie. Sie sind den USA dankbar für ihre harte Haltung gegen den Kommunismus zur Zeit des Kalten Krieges.

Bush nutzte den Sturz des Kommunismus 1989 in dem damals noch mit Tschechien zur Tschechoslowakei verbündeten Land, um für seinen Irak-Kurs zu werben. „Für das irakische Volk ist das ihr 1989, und sie werden sich immer daran erinnern, wer bei ihrem Freiheitsstreben an ihrer Seite gestanden hat“, sagte Bush. Mit Blick auf die Wahlen im Irak Ende Januar sprach er von einer „purpur-farbenen Revolution“. Trotz der angedrohten Anschläge waren im Irak überraschend viele Menschen zur Wahl gegangen. Ihnen war der Zeigefinger purpurrot markiert worden, um eine Mehrfach-Stimmabgabe zu verhindern.

Seite 1:

Bush würdigt in Slowakei Demokratisierung im Osten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%