Bündnis soll Sicherheitskräfte ausbilden
EU-USA-Gipfel einigt sich auf Einbindungder Nato bei der Stabilisierung Iraks

Auf Schloss Dromoland im irischen Newmarket-on-Fergus hat das jährliche Spitzentreffen von EU und USA begonnen. Bei dem Gipfel geht es insbesondere um die Lage im Irak.

HB BERLIN. US-Präsident George W. Bush und Spitzenvertreter der Europäischen Union (EU) haben sich in Irland für strärkeres Engagement der Nato im Irak ausgesprochen. Wie Agenturen melden, hat es diesbezüglich eine Einigung gegegeben. Die Nato soll demnach im Irak künftig eine größere Rolle spielen. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, die neue irakische Regierung benötige und verdiene die Hilfe der internationalen Gemeinschaft. Dem Irak solle geholfen werden, sich zu einer freien und demokratischen Nation zu entwickeln. USA und EU bekräftigten zudem ihr Engagement beim Wiederaufbau und sagten Irak Unterstützung beim Schuldenabbau zu.

Bush hatte zuvor deutlich gemacht, dass er eine stärkere Einbindung der Europäer bei der Stabilisierung Iraks wünsche. Die EU hatte sich daraufhin grundsätzlich bereit gezeigt, beim Wiederaufbau im Irak und der Vorbereitung der Wahlen mitzuwirken.

Aus Diplomatenkreisen verlautete demnach, die Nato-Staaten stünden kurz vor der Einigung über eine Unterstützung Iraks bei der Ausbildung von Sicherheitskräften. Demnach hätten Vertreter der 26 Mitgliedstaaten eine Antwort auf eine entsprechende Anfrage des designierten irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi ausgearbeitet.

Allawi hatte das Bündnis um Hilfe beim Aufbau irakischer Sicherheitskräfte nach der Übergabe der Souveränität am Mittwoch gebeten. Am Samstagmittag sollte über den EU-Entwurf entscheiden, werden, hieß es. Eine entsprechende Erklärung könnte dann auf dem Nato-Gipfel in Istanbul Anfang nächster Woche verabschiedet werden.

Neben Irak stehen noch zahlreiche weitere Themen auf der Tagesordnung des USA-EU-Gipfels. So unterzeichneten zu Beginn des Treffens US-Außenminister Colin Powell und der Vertreter der Ratspräsidentschaft, Irlands Außenminister Brian Cowen einen Vertrag über die Kooperation bei den Satelliten-Navigationssystemen GPS und Galileo. Bei dem Gipfel geht es zudem um Handelsfragen.

Am gestrigen Abend demonstrierten mehrere Zehntausend Menschen in Dublin gegen die amerikanische Irak-Politik. Auch am heutigen Samstag werden Proteste erwartet.

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