Bürgerinitiative Schweizer beim öffentlichen Rundfunk gespalten

Der aus gesetzlich garantierten Gebühren finanzierte Rundfunk in der Schweiz könnte vor dem Aus stehen. Im März wird darüber abgestimmt – und die Schweizer zeigen sich unsicher, ob sie ihre Medien behalten wollen.
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Nur für das zahlen, was man nutzt: So stellen sich die Initiatoren einer Bürgerinitiative den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor. Quelle: dpa
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Nur für das zahlen, was man nutzt: So stellen sich die Initiatoren einer Bürgerinitiative den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor.

(Foto: dpa)

Am 4. März 2018 entscheiden die Schweizer darüber, ob sie die Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen. Nun hat sich in einer großen Umfrage eine knappe Mehrheit für diese Initiative ausgesprochen – also unter Umständen für ein Ende der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). Die Initiatoren wollen, dass Hörer und Zuschauer nur für das zahlen, was sie auch nutzen. Damit stellen sie die Idee eines Universalangebots für alle Schweizer in Frage.

In einer Onlineumfrage der Zeitung „20 Minuten“ mit mehr als 21.000 Teilnehmern sprachen sich 51 Prozent für die „No-Billag-Initiative“ aus. „Billag“ ist der Name der schweizerischen Gebühreneinzugszentrale. Insbesondere in den deutschsprachigen Gebieten der Schweiz sprachen sich die Menschen gegen die Gebühren aus. In den italienisch- und französischsprachigen Regionen überwog die Skepsis.

Die Kampagnen für und gegen die Initiative beginnen im kommenden Jahr. Für die Verteidiger des Rundfunks sagte Kampagnenleiter Mark Balsiger, dass solche Initiativen üblicherweise an Zustimmung verlören, je länger über sie diskutiert werde. Der Leiter von „No Billag“, Andreas Kleeb, wurde von „20 Minuten“ mit den Worten zitiert, die Meinungsbildung sei „bereits weit fortgeschritten“.

Die größte Unterstützung für die Initiative kommt aus den Reihen der Partei SVP, die programmatisch am ehesten mit der deutschen AfD vergleichbar ist.

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4 Kommentare zu "Bürgerinitiative: Schweizer beim öffentlichen Rundfunk gespalten"

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  • Natürlich kann man dafür bezahlen, dass einem ein ungewollter Vertrag aufgezwungen wird. Man kann sich auch in den Arsch ficken lassen obwohl man nicht schwul ist.

  • Bei manchen der hier schreibenden scheint es ein echtes Kindheitstrauma bzgl.
    links zu geben, anders ist es nicht zu erklären, dass alles was nicht ausgesprochen rechtslastig ist, sofort in links eingeordnet wird. Sehr wahrscheinlich haben sie nie gelernt, wie links tatsächlich zu definieren ist. Sei es drum....
    In der Schweiz ist ja sonst nichts los, da muss man eben mal ein bisschen auf wild machen. Wird nachher auch viel interessanter, wenn künftig aus den Zentralen von UBS Ruag und Oerlikon das Programm gesendet wird. Viel Spaß damit !

  • Wenn universell allen ein wenig geboten werden soll, dann ist das gesamte Programm aus Sicht des Einzelnen eben schlecht und unbrauchbar. Das ist in Deutschland nicht anders. Es kommt hinzu, dass Fernsehmacher und Politiker den Gebührenzahler als ihre Beute betrachten. Die Gebühr gehört abgeschafft: Dann muss sich jeder sein Einkommen verdienen.

  • Ein Erfolg der NO - BILLAG Initiative wäre wünschenswert, ist aber leider nicht warscheinlich.

    Ähnlich Deutschland gibt es ein durch eine Sondersteuer, BILLAG (GEZ), finanziertes staatliches Fernsehen und Radio. Ähnlich Deutschland tritt das staatliche Fernsehen/Radio in der Schweiz als sehr selbstgefälliges, linkes Propagandamedium auf. Ähnlich Deutschland ist dieses in einer Symbiose mit den etablierten Politikern verbunden. Ein CVP Politiker hatte sich öffentlich beklagt, dass er vom SRG bedroht wurde weil er sich kritisch zum staatlichen Fernsehen geäussert hatte.

    So gibt es dann auch immer wieder Volksinitiativen diesen linken Staatsfunk abzuschaffen. Da diese Initiativen nicht von den etablierten Parteien unterstützt wurden, sind diese Initiativen bislang in der Unterschriftensammelphase versandet.

    Es ist schön, dass es jetzt diese Initiative gibt. Allerdings schiessen die SRG Sender und die profitierenden Politiker aus allen Rohren gegen die Initiative. Der volle Apparat des Politiksystems wurde gegen die Initiative mobilisiert und so werden die Schweizer(innen) jetzt die Zeit bis zur Abstimmung einer Gehirnwäsche unterzogen.



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