Bürgerkrieg
De Maizière will syrischen Rebellen keine Waffen liefern

Der Verteidigungsminister zweifelt an der demokratischen Gesinnung der Kämpfer und fürchtet, dass die Waffen in falsche Hände geraten. Unterdessen gab es eine Großoffensive des syrischen Militärs gegen die Rebellen.
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Berlin/BeirutVerteidigungsminister Thomas de Maiziere hat eine Beteiligung Deutschlands an Waffenlieferungen für die Rebellen im syrischen Bürgerkrieg ausgeschlossen. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, die Bundesregierung bleibe gegenüber Waffenlieferungen „sehr, sehr skeptisch“. Wenn es in der Frage keine einheitliche europäische Haltung gebe, sei das bedauerlich. „Dann wird man möglicherweise andere nicht daran hindern können, Waffen zu liefern. Wir sollten uns daran nicht beteiligen“, sagte de Maiziere in dem Interview, das am Sonntag gesendet werden sollte.

Großbritannien hatte eine mögliche Ausrüstung der Rebellen mit Waffen nicht ausgeschlossen, falls Syriens Präsident Baschar al-Assad bei einer für Anfang Juni in Genf geplanten Friedenskonferenz nicht ernsthaft an einer Lösung interessiert sei. Frankreich hatte sich ebenfalls dafür offengezeigt.

De Maiziere sagte, es gebe in dem Konflikt genug Handfeuerwaffen: „Wenn, dann ginge es um kompliziertere Waffen, und dann wird es ja noch schwieriger. Wer soll die denn liefern? Wer soll die bekommen? Wer kann Rebellen daran ausbilden?“ Außerdem seien viele der Aufständischen demokratisch zweifelhaft: „Wir wissen nicht, in welche Hände diese Waffen kommen.“ Insgesamt sei die Lage düster.

Unterdessen hat das syrische Militär seine Großoffensive gegen die von Rebellen gehaltene Stadt Kussair noch einmal verstärkt. Mörser- und Panzergranaten sowie Raketen seien am Samstag seit den Morgenstunden ohne Unterlass auf die Stadt niedergegangen, sagte ein Aktivist aus Kussair. Dem in London ansässigen Syrischen Beobachtungszentrum für Menschenrechte zufolge war es der heftigste Artilleriebeschuss seit Beginn der Offensive. Mindestens 22 Menschen, darunter 18 Rebellen, seien ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden, berichteten die Aktivisten.

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  • P.S.: Die von Ihnen so genannten "Bedrängten" sind größtenteils sunnitische Terroristen, die von der Türkei "gesponsert" werden - ihr Hauptquartier befindet sich in Istanbul.

  • @ Enrico

    Diese "Bedrängten" schießen ihre Raketen inzwischen auch nach Libanon, in den von Schiiten bewohnten Süden Beiruts ...

    Der betreffende Artikel "Syrischer Bürgerkrieg könnte auf Libanon übergreifen" hier im HB darf übrigens nicht kommentiert werden ...

  • Wie unqualifiziert.

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