Bürgerkrieg
Hisbollah baut ihre Macht im Libanon aus

Nach neuen Kämpfen zwischen regierungsfreundlichen Sunniten und Verbündeten der schiitischen Hisbollah steht der Libanon weiter am Rande eines Bürgerkrieges. Währenddessen beobachtet Israel die Situation „besonders sensibel“ – und trifft Vorbereitungen für eine Eskalation der Lage.

TEL AVIV. In der im Norden gelegenen Stadt Tripoli kam es gestern erneut zu Gefechten zwischen rivalisierenden Gruppen. Östlich von Beirut starben bei Kämpfen mindestens 36 Menschen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in den seit Tagen anhaltenden Auseinandersetzungen auf 81. Zudem wurden 250 Menschen verwundet. In Beirut hat sich die Lage inzwischen beruhigt.

Die Hisbollah-Milizen zeigen seit Tagen, dass sie im Libanon stärker sind als die Regierung von Fouad Siniora. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah konnte gegenüber der Regierung Siniora Forderungen durchsetzen, indem er in Beirut bürgerkriegsähnliche Zustände provozierte.

An den Kämpfen waren auch Drusen beteiligt, welche die Regierung Siniora unterstützen. „Wir wollten eigentlich, dass die Armee unsere Sicherheit garantiert“, sagte Drusenführer Wald Jumblatt in einem Zeitungsinterview, „aber was kann die Armee schon ausrichten, wenn die Milizen, die sich Hisbollah nennen, stärker sind als die Armee?“

Die Hisbollah ist nicht nur militärisch stark, sondern zunehmend auch politisch. Sie leitet die Opposition, die sich aus Schiiten und Christen zusammensetzt und blockiert die Politik des Landes. So vereitelt sie zum Beispiel seit Monaten alle Versuche, einen neuen Staatspräsidenten zu wählen.

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