Bürgerkrieg im Jemen
Präsident Saleh kehrt in sein Land zurück

Jemens umstrittener Machthaber Abdullah Saleh ist nach drei Monaten in sein Land zurückgekehrt. In der Hauptstadt Sanaa wird indes seit Wochen erbittert gekämpft. Nun droht der Bürgerkrieg zu eskalieren.  
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Sanaa/Kairo Nach mehr als drei Monaten Abwesenheit ist der jemenitische Präsident Ali Abdallah Saleh in seine Heimat zurückgekehrt. Das meldete das jemenitische Staatsfernsehen am Freitag. Saleh war bei einem Angriff auf seinen Palast in der Hauptstadt Sanaa am 3. Juni verletzt worden und hatte sich seitdem zu medizinischen Behandlungen in Saudi-Arabien aufgehalten.    

Saleh ist seit 33 Jahren im Jemen an der Macht. Gegen seine Führung richtet sich seit rund acht Monaten eine Protestbewegung, die von heftigen Kämpfen begleitet wird. Seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten in Sanaa am Sonntag wurden fast 100 Menschen getötet.   

Waffenruhe im Jemen ohne Bestand

Auch eine zu Wochenbeginn vereinbarte Waffenruhe im Jemen hatte keinen Bestand. Bei Angriffen der Sicherheitskräfte des bedrängten Präsidenten Ali Abdullah Salih auf Demonstranten im Zentrum der Hauptstadt Sanaa starben am Donnerstag vier Zivilisten. Zwei Männer kamen durch Granatbeschuss ums Leben. Zwei Frauen wurden von Scharfschützen erschossen, die auf Hausdächern postiert waren, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija.  

Zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam es auch zwischen Truppen des Regimes und abtrünnigen Armee-Einheiten, die Demonstranten in ihrer Zeltstadt auf dem Taghier-Platz in Sanaa schützen wollten. Bereits in der Nacht zuvor waren heftige Gefechte zwischen den Regierungstruppen und den Unterstützern der Opposition aufgebrandet.  

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