Bürgerkrieg in Libyen
Spritmangel legt Gaddafi-Gegner lahm

Gaddafis Truppen haben nicht nur die totale Luftüberlegenheit, sie haben offenbar auch genügend Treibstoff. Den Rebellen im Osten Libyens aber geht allmählich aus das Benzin aus. Ohne Treibstoff können sie kaum kämpfen.
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Benghasi/Abu DhabiEin Ende der blutigen Kämpfe in Libyen ist nicht in Sicht. Doch die Gegner von Staatschef Gaddafi geraten angesichts einer Offensive der Regierungstruppen unter Druck. Auch am Montag hatte die Luftwaffe Gaddafis wieder Städte und Stellungen der Aufständischen angegriffen. Am Boden gingen die Regierungstruppen mit Panzern gegen die Rebellen vor. Und diese haben ein weiteres Problem: Im Osten des Landes droht ihnen das Benzin auszugehen. Ohne Treibstoff aber fehlt ihnen jegliche Mobilität, sie wären Gaddafis Attacken schutzlos ausgeliefert.

In der von den Gegnern des Staatschefs Muammar al-Gaddafi kontrollierten Landeshälfte gebe es nur noch Fahrzeug-Treibstoff für eine Woche, berichtete die in Dubai erscheinende Tageszeitung „Gulf News“ am Dienstag unter Berufung auf einen Beamten der Übergangsregierung in der ost-libyschen Metropole Bengasi. „Es gibt einen Plan, dieses Problem zu überwinden, aber es ist noch zu früh, darüber zu reden“, sagte der Beamte der Zeitung. Der Osten Libyens ist zwar reich an Erdöl und verfügt auch über eigene Raffinerien, doch diese stellten wegen der anhaltenden Kämpfe zwischen Aufständischen und Regimetruppen ihre Produktion weitgehend ein.

Einen Ausweg sehen Experten darin, Öl aus der Region nach Italien zu verschiffen und dort zu Treibstoff zu verarbeiten. Am Montag waren die Rebellen bei der östlichen Küsten- und Raffineriestadt Ras Lanuf unter erheblichen Druck seitens der Gaddafi-treuen Streitkräfte geraten. Kampfflugzeuge des Regimes bombardierten außerdem Ziele in der Stadt.

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