Bürgerkrieg in Syrien
Moskau will Aleppo vorerst nicht weiter bombardieren

Syrien, Russland und der Iran suchen öffentlich den Schulterschluss. Ihre Außenminister haben in Moskau den Willen zur Rückeroberung Aleppos bekräftigt. Der Kreml hat derweil einen weiteren Zerstörer entsendet.

MoskauRussland verstärkt einem Medienbericht zufolge seine Flotte vor der Küste Syriens weiter. Der Zerstörer „Smetliwy“ sei am Freitag aus dem Hafen Sewastopol auf der Halbinsel Krim ausgelaufen, berichtete die Regierungszeitung „Rossiskaja Gaseta“. Er solle die russischen Kampfeinsätze in Syrien für einige Monate unterstützen. Die staatlich finanzierte TV-Agentur Ruptly meldete ergänzend, das Kriegsschiff werde zunächst in die griechische Hafenstadt Piräus fahren, wo es zu einer Veranstaltung im Rahmen des griechisch-russischen Kulturjahres erwartet werde. Am 02. November solle es von dort in Richtung Syrien auslaufen.

Russland hat bereits einen großen Marineverband – darunter einen Flugzeugträger – ins östliche Mittelmeer beordert. Die Nato hatte die Regierung in Moskau in dieser Woche aufgefordert, den Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ nicht zum Bombardement der Menschen in der umkämpften Großstadt Aleppo einzusetzen. Der Marineverband soll mit Dutzenden Jagdbombern und Hubschraubern ausgestattet sein. Die Nato befürchtet, dass die Kampfjets ab Anfang November Angriffe auf Aleppo fliegen könnten. Vor der syrischen Küste kreuzen schon jetzt rund zehn russische Kriegsschiffe.

Der Kreml will hat betont, dass er vorerst keine weiteren Luftangriffe auf Aleppo fliegen will. Präsident Wladimir Putin wolle mit dem vorläufigen Verzicht auf weitere Bombardements der Bevölkerung und den Aufständischen Gelegenheit geben, die umkämpfte Stadt zu verlassen, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Freitag vor Journalisten in Moskau. Allerdings behalte man sich das Recht vor, alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um die syrische Armee zu unterstützen. In Aleppo begannen Rebellen der verschiedenen politischen Lager mit einer gemeinsamen Großoffensive gegen die Regierungstruppen. Damit soll der Belagerungsring um die einst größte Stadt des Landes gesprengt werden.

Allein im Südwesten Aleppos seien mehr als 150 Raketen und Granaten eingeschlagen, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei Angriffen im Westen der früheren Handelsmetropole seien 15 Zivilisten getötet worden. Staatliche Medien sprachen von fünf zivilen Opfern. An der Offensive beteiligte sich auch die islamistische Gruppe Dschabhat Fateh al-Scham, die früher als Nusra-Front bekannt war und mit der Al-Kaida verbündet war. Zum Einsatz kamen auch zahlreiche von Selbstmordattentätern gesteuerte mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge. Aus dem auch vom Westen unterstützten Rebellenbündnis Freie Syrische Armee verlautete, es gebe eine Mobilmachung aller Personen, die Waffen tragen könnten..

Seite 1:

Moskau will Aleppo vorerst nicht weiter bombardieren

Seite 2:

Kriegerische Töne in Moskau

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%