Bürgerkrieg in Syrien
Rebellen erobern Hochburg der Regierungstruppen

Rebellengruppen in Syrien, unter anderem Al-Kaida, haben den Ort Daraa an der jordanischen Grenze erobert. Im bereits seit vier Jahren andauernden Bürgerkrieg war der Ort zumeist in den Händen der Regierungstruppen.
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BeirutNach vier Tagen heftiger Kämpfe haben Rebellen im Süden Syriens eine Hochburg der Regierungstruppen eingenommen. Aktivisten berichteten am Mittwoch, rund 10.000 Kämpfer verschiedener Rebellengruppen, darunter auch Extremisten von Al-Kaida, hätten die Soldaten aus Busra Scham in der an Jordanien grenzenden Provinz Daraa vertrieben.

Die Kleinstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco, ihre hügelige Lage erlaubt einen Blick auf Damaskus und Jordanien. Die Regierungstruppen hatten den rund zehn Kilometer von der jordanischen Grenze gelegenen Ort mit 30.000 vorwiegend sunnitischen Einwohnern die meiste Zeit des seit nunmehr vier Jahren andauernden Bürgerkriegs unter ihrer Kontrolle.

Sie hätten sich in der historischen Zitadelle des Ortes verschanzt, bevor sie endgültig abgezogen seien, berichtete ein örtlicher Aktivist. Die syrische Regierung gab zunächst keinen Kommentar dazu ab. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London bestätigte die Eroberung.

Bei den Kämpfen, die am Samstag begannen, wurden nach Angaben von Aktivist Ahmad Masalma das beste Hotel der Region – das Busra al-Scham Hotel – sowie der nahe gelegene historische Markt zerstört. Die berühmte Zitadelle und ein römisches Amphitheater blieben offenbar unversehrt.

In der Provinz Daraa sind die Rebellen seit Wochen auf dem Vormarsch. Zu den rund 10.000 Kämpfern gehörte der syrische Al-Kaida-Ableger Nusra-Front. Unbekannt blieb, welche anderen Gruppen mitkämpften.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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