Bürgerkrieg in Syrien
Rebellen sollen Gräueltaten in Aleppo begangen haben

In Aleppo haben syrische Rebellen in Teilen ein wichtiges Stadtviertel erobert. Zudem wird berichtet, dass die Aufständischen einen mit der Regierung sympathisierenden Geistlichen getötet haben – auf grausame Weise.
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Beirut/SanliurfaNach tagelangen Kämpfen haben syrische Rebellen nach Angaben von Aktivisten zumindest Teile eines strategisch wichtigen Stadtviertels von Aleppo eingenommen. Das Medien-Center Aleppo und der in der nordsyrischen Stadt ansässige Aktivist Mohammed Saeed erklärten, die Aufständischen hätten das überwiegend kurdische Viertel Scheik Maksud am Freitagabend vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

Das Syrische Beobachterzentrum für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien erklärte allerdings, die Rebellen hätten nur den östlichen Teil des Viertels erobert. Nach diesen Angaben wurde dort auch am Samstag heftig gekämpft.

Das Beobachterzentrum berichtete zudem, die Aufständischen hätten einen mit der Regierung sympathisierenden sunnitischen Geistlichen gefangen, getötet und seien mit seiner Leiche durch die Straßen des Viertels gezogen.

Der staatliche Fernsehsender Al-Ichbarija identifizierte den Geistlichen als Hassan Seifeddine. Dem Fernsehbericht zufolge wurde der Mann enthauptet. Sein Kopf sei auf dem Minarett der Al-Assan Moschee platziert worden, von wo aus er früher gebetet habe.

In der Türkei hingegen wachsen unterdessen die Spannungen zwischen den lokalen Behörden und syrischen Flüchtlingen. Ein Sprecher des oppositionellen Syrischen Nationalrates (SNC) im Grenzgebiet der Provinz Sanliurfa bestätigte am Samstag die Abschiebung von 130 Flüchtlingen aus dem Lager Suleiman Shah in der vergangenen Woche.

Nach einer Intervention des SNC sollen die lokalen Behörden der Provinz zugesagt haben, einige Flüchtlinge, „die in dem Lager Probleme gemacht hatten und anschließend freiwillig das Land verlassen hatten“, wieder aufzunehmen. Die türkische Regierung hatte bestritten, dass die Syrer abgeschoben worden waren. Die Vereinten Nationen wollen den Vorfall untersuchen.

Die Türkei hat rund 200 000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. In den Lagern gab es schon mehrfach Ausschreitungen.

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, forderte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) mehr internationale Hilfen. „Die Lage ist wirklich dramatisch“, sagte Seiters. Das DRK werde in den kommenden Wochen 30 000 Menschen mit Lebensmittelrationen für etwa fünf Monate versorgen.

Türkische Medien berichteten über einen Waffenfund in einem Dorf in der Nähe der Grenze zu Syrien. Die mehr als 5000 Schusswaffen, die im Bezirk Akcakale entdeckt wurden, sollen für die Rebellen in Syrien bestimmt gewesen sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bürgerkrieg in Syrien: Rebellen sollen Gräueltaten in Aleppo begangen haben"

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  • immer wieder der Quatsch von den manipulierten Medien - weil alle dasselbe schreiben.
    das liegt daran, dass sich die ach so freie Presse keine Jpurnalisten mehr leisten kann. Es werden mehr oder weniger nur noch DPA-Meldungen abgedruckt. Nur die Überschrift wird ab und an noch von Praktikanten verändert. Welche Zeitung kann sich denn heutzutage noch Auslandsreporter leisten? Nö, an dem Schlamessel sind wir - die verbraucher, die Leser im Internet schuld.
    Ist wie damals mit den Tante-Emma-Läden - jeder kaufte im Discounter - aber dann war das Jammern groß, als man für ein Päckchen Salz auch auf die grüne Wieder fahren musste.
    Es gibt nun mal nicht alles auf der Welt zum Null-Tarif :-)

  • Ihr Optimismus scheint nicht begründet : Nehmen wir an,
    Assad ist das "kleinere Übel" , wer sagt Ihnen denn, dass der "Westen", die NATO und seine verbündeten Radikalinskies (SA, Katar) nicht gezielt das grosse Übel bevorzugen ? Denn eine "Balkanisierung" einer strategisch wichtigen Gegend hat den Vorteil, dass man die Bedingungen immer nach Bedarf beeinflussen kann.
    (Stichwort Balkan; Geld, Waffen und Drogen ...) .
    Vielleicht geht es ja wirklich nur um eine Schwächung
    des Iran und der Hisbollah. Aber wer so ungeniert lügt
    wie unsere Regierungen und die Waffenunterstützung der
    Rebellen dem traue ich noch Einiges zu. Dass es eine
    wohlkoordinierte Aktion ist sieht man daran, dass
    unsere "Freie" Presse wie von Geisterhand einheitlich die Rechtfertigungs-Grundlage zu legen sucht ... .
    Woher nehmen Sie die Hoffnung, die Islamisten könnten in Syrien reduziert werden, wo sie doch aus allen Arabischen Ländern rekrutiert und dorthin gefahren werden ?

  • In Mali darf die embed Press noch nicht frei rumlaufen da sie sonst äusserst verwirrende Bilder von brutalem Vorgehen zeigen müssten.

    Und das in Syrien brutalste Verbrechen und Massenmord begangen werden ist jedem klar der sich sein Internet zu nutze macht und die internationale Presse verfolgt. Der neuste Hit ist der Chinese der auf FSA Seiten angeworben wurde.

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