Bürgerkrieg in Syrien
Regierung und Opposition verhandeln am Montag

Seit sechs Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Alle Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition blieben bislang erfolglos. Noch immer ist das Misstrauen groß. Montag wollen die Konfliktparteien erneut verhandeln.
  • 0

Istanbul/AstanaEin Jahr ist es her, dass bei kaltem Winterwetter Vertreter zweier Gruppen in Genf eintrafen, die verfeindeter kaum sein können. Über Tage und Wochen rang der UN-Syrienbeauftragte in der Schweiz darum, Regierung und Opposition des Bürgerkriegslandes einander näherzubringen. Doch Staffan de Mistura gelang es trotz aller Diplomatenkunst nicht einmal, beide Seiten zu direkten Gesprächen in einen Raum zu bringen – am Ende blieben die Syrien-Friedensverhandlungen wieder einmal ohne Erfolg.

Am Montag soll es unter Vermittlung Russlands und der Türkei einen neuen Versuch geben, das riesige Misstrauen zu überwinden, das nach fast sechs Jahren Bürgerkrieg zwischen Regierung und Opposition herrscht. Auch wenn die Vertreter diesmal nicht in die Schweiz reisen, sondern in die kasachische Hauptstadt Astana, erinnert allerdings vieles an das Treffen im Januar 2016.

An der Spitze der Delegationen stehen wieder zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Damaskus lässt sich erneut durch seinen UN-Botschafter Baschar al-Dschafari vertreten, der sich in Genf erfolgreich darum bemühte, die Gespräche mit Verfahrensfragen zu blockieren. Chefunterhändler der Regimegegner ist wieder Mohammed Allusch, führender Vertreter der islamistischen Miliz Dschaisch al-Islam, die von Syrien und seinen Verbündeten Russland und Iran als Terrororganisation eingestuft und bekämpft wird.

Schon diese Personalien legen den Schluss nahe, dass es in Astana ein mühsames Ringen um jeden Millimeter Fortschritt geben dürfte. Die Rebellen wollen ohnehin nur über die Feuerpause reden, die eigentlich landesweit seit dem 30. Dezember gilt, sich jedoch immer wieder als brüchig erweist. „Niemand erwartet, dass Astana ein vollständiges politisches Abkommen hervorbringt, sondern die Positionen für eine umfassendere Waffenruhe gefestigt werden“, sagt der türkische Experte Sinan Ülgen, der für die Carnegie-Stiftung tätig ist.

Seite 1:

Regierung und Opposition verhandeln am Montag

Seite 2:

Rebellen stehen unter Druck

Kommentare zu " Bürgerkrieg in Syrien: Regierung und Opposition verhandeln am Montag"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%