Bürgerkrieg in Syrien
Syrien lässt UN-Experten nach Aleppo

Aleppo ist zerstört, die wenigen Zivilisten in der Stadt traumatisiert: Nun dürfen UN-Experten die zerschossene Rebellenhochburg besuchen. Die Assad-Regierung genehmigte den Besuch und kündigte einen Waffenstillstand an.
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BeirutDie syrische Regierung hat zugestimmt, dass UN-Experten in der umkämpften Stadt Aleppo die Lage prüfen. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura bestätigten die UN am Sonntag. UN-Vertreter sollen dort aber erst ihre Arbeit aufnehmen, wenn auch die Rebellen in einen örtlichen Waffenstillstand einwilligen, hieß es. Während einer solchen Feuerpause sollen auch die von Zivilisten dringend benötigten Hilfsgüter in die Stadt gelangen können.

Syriens größte Stadt ist seit Mitte 2012 geteilt in von Rebellen kontrollierte Gebiete und in Stadtteile unter Kontrolle der Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad. De Mistura will ein „Einfrieren“ des Konflikts zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Aleppo durchsetzen - als ersten Schritt einer Friedenslösung für das vom Bürgerkrieg zerrissene Land. Aktivisten, Oppositionspolitiker und Analysten sehen seinen Plan allerdings mit großer Skepsis.

Die syrische Regierung hat zugesagt, die Luft- und Artillerieangriffe auf Aleppo für sechs Wochen auszusetzen. De Mistura muss aber noch die bewaffnete Opposition für sein Vorhaben gewinnen. Dieses könnte sich angesichts der zersplitterten Fraktionen aufseiten der Rebellen allerdings als schwieriges Unterfangen erweisen.

Unterdessen gingen auch die Kämpfe innerhalb der Rebellen weiter. Die von den USA unterstützte Hasm-Bewegung teilte am Sonntag mit, ihr Lager sei von der mit Al-Kaida in Verbindung stehenden Nusra-Front gestürmt worden. Sie habe deshalb beschlossen, sich aufzulösen und sich der Levantinischen Front anzuschließen. Diese vereint Islamisten und gemäßigte Brigaden in der Provinz Aleppo.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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