Bürgerkrieg in Syrien
Uno-Hilfskonvois müssen weiter warten

Die Waffenruhe in Syrien festigt sich, aber noch dürfen die Uno-Konvois mit Lebensmitteln und Medikamenten nicht starten. Hunderttausende hungernde Zivilisten in den belagerten Städten hoffen auf baldige Hilfe.

Aleppo/GenfHilfskonvois der Vereinten Nationen sowie notleidende Menschen in belagerten syrischen Städten warten weiter auf grünes Licht des Regimes in Damaskus für den Beginn der Versorgungsaktion. Dutzende Lastwagen mit Hilfsgütern für den von Rebellen gehaltenen Osten der Großstadt Aleppo und weitere belagerte Gebiete stehen bereit. Noch aber hätten die Uno-Konvois keine Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten, so der Uno-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura.

„Wir haben die Passierscheine noch nicht bekommen, dies muss sofort geschehen“, sagte de Mistura. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte dazu am Abend im „Heute Journal“, er gehe davon aus, dass die Hilfskonvois „in den nächsten Tagen“ starten würden, wenn sich die Waffenruhe weiter festige.

Syrische Regierungseinheiten begannen nach Angaben Russlands mit dem Abzug von Truppen und Gerät von der Hauptversorgungsroute bei Aleppo. Damit sollen humanitäre Hilfslieferungen erleichtert werden, sagte General Wladimir Sawtschenko der russischen Agentur Ria Nowosti. Der Schritt erfolge in Übereinstimmung mit den internationalen Vereinbarungen.

Der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow sagte in Moskau, er schließe neue Syrien-Friedensgespräche zwischen Vertretern von Machthaber Baschar al-Assad und den Rebellen Ende September oder im Oktober nicht aus.

Die USA kündigten unterdessen an, ihren Verbündeten den Inhalt des Syrien-Abkommens zwischen Washington und Moskau darzulegen. Das erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Mark Toner, am Donnerstag in Washington. In der kommenden Woche werde man sich in New York mit anderen Mitgliedern der Unterstützergruppe für Syrien (ISSG) zusammensetzen und ihnen die Details erklären, sagte er. Toner ließ aber offen, ob die USA den anderen Ländern den kompletten Text des Abkommens zugänglich machen werden.

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Mehr als 600.000 Zivilisten betroffen

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