Bürgerkrieg
Mehr als 200 Todesopfer in Sri Lanka

Die Zahl der Todesopfer der Kämpfe in Sri Lanka steigt weiter. Inzwischen ist von weit über 200 Menschen die Rede, die bei Gefechten am Samstag umgekommen sind. Ein Ende des Bürgerkriegs scheint in weite Ferne gerückt.

HB COLOMBO Bei schweren Gefechten im Nordosten Sri Lankas sind am Samstag nach Angaben der Regierungstruppen mehr als 200 Rebellen und 27 Soldaten ums Leben gekommen. 80 weitere Soldaten seien verletzt worden, teilte Militärsprecher Athula Jaywardana mit. Eine Stellungnahme der Rebellen war zunächst nicht zu erhalten. Die Rebellen hatten nach Militärangaben am Morgen Marinestützpunkte in Trincomalee angegriffen. Die EU, die USA, Japan und Norwegen appellierten an beide Seiten, die Kämpfe einzustellen.

Der Stützpunkt in Trincomalee dient der Versorgung der 40 000 auf der Halbinsel Jaffna stationierten Soldaten. Die Halbinsel ist umgeben von Gebieten, die von der Rebellenbewegung Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kontrolliert werden. Die LTTE beanspruchen Jaffna als angestammtes Siedlungsgebiet der tamilischen Minderheit in Sri Lanka für sich. Die Kämpfe in der Region dauern bereits seit drei Wochen an.

In den vergangenen zwei Wochen waren die Kämpfe eskaliert. Die Rebellen hatten einen Bewässerungskanal blockiert und Bauern damit von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Regierungstruppen starteten eine Offensive, um die Wasserschleuse unter ihre Kontrolle zu bringen. Bei den Kämpfen wurden mehr als 300 Menschen getötet.

Die um ein Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka bemühten Vermittlerstaaten forderten unterdessen ein sofortiges Ende der Gewalt. In einer von der EU am Samstag in Brüssel veröffentlichten Erklärung der so genannten „Co Chairs“-Gruppe (EU, USA, Japan, Norwegen) zeigte sich diese „zutiefst besorgt“ über die Gewalttätigkeiten. Die Kämpfe drohten, „Waffenstillstand und Friedensprozess in Sri Lanka zunichte zu machen“. Die Vermittler forderten die Regierung und die Rebellen auf, die Feindseligkeiten sofort einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Seit Dezember vergangenen Jahres starben mehr als 800 Menschen bei Kämpfen und Anschlägen in Sri Lanka. Vor dem Anfang 2002 von Norwegen vermittelten Waffenstillstand hatten zwei Jahrzehnte Bürgerkrieg rund 69 000 Menschen das Leben gekostet. Die LTTE fordert weitgehende Autonomie des Nordens und Ostens der Insel im Indischen Ozean, wo Tamilen die Bevölkerungsmehrheit stellen.

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