Bürgerkrieg
Schwieriger Start der Syrien-Verhandlungen

Frieden in Syrien? Ist noch weit entfernt. Die Hoffnungen liegen nun auf den Gesprächen in Kasachstan. Doch einen direkten Kontakt zwischen den Parteien wird es nicht geben. Was die Gespräche kompliziert macht.
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AstanaDie neuen Syrien-Friedensgespräche haben unter schwierigen Vorzeichen begonnen. Der Regierungsgesandte Baschar Dschaafari warf dem Delegationsführer der Rebellen, Mohammed Allusch, gleich zum Auftakt am Montag eine provozierende und unangemessene Wortwahl vor, nachdem dieser Syrien als Terror-Staat bezeichnet hatte. Beide Seiten forderten sich gegenseitig auf, die Einhaltung der Waffenruhe zu garantieren.

Die Gespräche in der kasachischen Hauptstadt Astana wurden von Russland und dem Iran als Verbündeten der syrischen Regierung und von der Türkei als Unterstützer von Rebellengruppen vermittelt. Ziel ist die Festigung der seit Dezember geltenden, aber brüchigen Waffenruhe in Syrien. Bei einem ersten Erfolg soll es im Februar in Genf weitere Verhandlungsrunden für eine politische Lösung des Konflikts geben. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Bahram Ghassemi, stellte in Aussicht, dass es am Dienstag eine Ankündigung über die weiteren Schritte geben könnte - sollten bis dahin konkrete Ergebnisse vorliegen.

Entscheidend sei, dass die Waffenruhe in Syrien auch überwacht werden könne, sagte der UN-Gesandte Staffan de Mistura, der in Astana als Unterhändler im Einsatz war. Die Bürgerkriegsparteien müssten sich auf Mechanismen einigen, die das möglich machten. Nur so könne gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden.

Doch nach einer ersten einstündigen Sitzung hinter verschlossenen Türen am Montag schienen die beiden Seiten von einem solchen Vertrauensverhältnis noch weit entfernt. Die Regierung sah sich vor allem durch die Eröffnungsrede des Rebellen-Delegationsleiters Allusch provoziert. In dieser hatte er den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Chef einer Terrorregierung gebrandmarkt und gefordert, dass die bewaffneten Milizen auf Seiten seiner Regierung gleich behandelt werden sollten wie die Terrormiliz Islamischer Staat.

Dschaafari wiederum warf Allusch vor, er sei selbst ein Vertreter „bewaffneter Terrorgruppen“ und lege eine Wortwahl an den Tag, die für ein solches Diplomatentreffen nicht angemessen sei. Zudem beklagte Dschaafari, dass es noch keine fertige Tagesordnung für die Gespräche in Astana gebe.

Allusch ist Teil der Führung der radikalislamischen Rebellengruppe Dschaisch al-Islam, die vor allem rund um Damaskus aktiv ist. Er sagte, nach den ersten indirekten Gesprächen mit der Regierung, er sei bereit, bis ans Ende der Welt zu gehen, um das Blutvergießen in Syrien zu beenden. Die Regierung müsse erst sicherstellen, dass die Waffenruhe auch geachtet werde, bevor es weitere Gespräche geben könne.

Der syrische Minister für nationale Versöhnung, Ali Haidar, sagte der Nachrichtenagentur AP, die Konferenz in Astana sei ein Scheideweg, an dem geprüft werde, wer sich an der Waffenruhe beteiligen wolle und wer nicht. Auch die Türkei als Garantiemacht der Rebellen müsse ihre gute Absichten erst bestätigen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bürgerkrieg: Schwieriger Start der Syrien-Verhandlungen"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel,Grande, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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