Bürgerkrieg
Syrische Armee kündigt Waffenstillstand an

Mehrere Versuche, eine Waffenruhe in Syrien durchzusetzen, sind gescheitert. Jetzt sollen die Kämpfe während des Fests zum Ende des Fastenmonats Ramadan aussetzen. Doch die Rebellen werfen dem Regime Verstöße vor.

DamaskusDas syrische Regime hat zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan einseitig eine dreitägige Waffenruhe verkündet. Sie sei am frühen Mittwochmorgen in Kraft getreten und solle bis Freitag um Mitternacht andauern, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Die Waffenruhe deckt damit das Fest des Fastebrechens ab, mit dem Muslime den Ramadan beenden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte die angekündigte Waffenruhe als „gute Nachricht“. Diese sei ein wichtiges Signal an die Menschen in Syrien. „Sie könnte eine gute Ausgangslage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Regime und Opposition schaffen“, sagte Steinmeier nach einer vom Auswärtigen Amt verbreiteten Mitteilung. „

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete jedoch zugleich von Luftangriffen auf Rebellengebiete im Norden der nordsyrischen Stadt Aleppo. Ein Berater der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA) warf den Regimekräften mehrere Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Bei dieser handele es sich um reine Propaganda, erklärte Usama Abu Said der Deutschen Presse-Agentur.

Zu Kämpfen kam es den Menschenrechtsbeobachtern zufolge auch zwischen der syrischen Armee und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Für die Extremisten hatten bereits frühere Waffenruhen nicht gegolten.

Bereits im Februar hatten sich die USA und Russland auf einen dauerhaften Waffenstillstand für das Bürgerkriegsland geeinigt. Dieser wurde jedoch immer wieder gebrochen. Vor allem im Norden und Nordosten Syriens gab es zuletzt Gefechte zwischen Rebellen und Regierungstruppen. Eine neue Waffenruhe gilt als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der ausgesetzten Genfer Friedensgespräche.

Wie in anderen arabischen Ländern begann in Syrien am Mittwoch das dreitägige Fest des Fastenbrechens, mit dem der Ramadan endet. Es zählt zu den wichtigsten Feierlichkeiten der Muslime, die diese Tage vor allem mit ihren Familien verbringen.

Zu diesem Anlass nahm Präsident Baschar al-Assad in der zentralsyrischen Stadt Homs in einer Moschee am Gebet zum Ende des Ramadans teil, wie Sana meldete. Normalerweise tritt er nur in der Hauptstadt Damaskus oder in ihrer Nähe öffentlich auf.

Bilder der syrischen Nachrichtenagentur zeigten Assad zusammen mit Ministern und dem syrischen Großmufti beim Gebet. Die Gegend ist überwiegend unter Kontrolle der syrischen Regierung, war in der Vergangenheit aber Ziel von Selbstmordanschlägen, zu denen sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte.

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs sind nach UN-Angaben mindestens 400 000 Menschen ums Leben gekommen. Die oppositionsnahe Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, allein in den vergangenen 30 Tagen des Ramadans seien mindestens 1138 Zivilisten getötet worden, darunter 249 Kinder. Ein Großteil sei bei Angriffen der syrischen oder der russischen Luftwaffe gestorben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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