International

_

Bürgerkrieg: Unruhige Nacht in Ägypten

Die Anhänger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben für Sonntag zu neuen Protesten aufgerufen. Im Norden der Sinai-Halbinsel töteten Unbekannte in der Nacht einen Polizisten.

Sicherheitskräfte in der Kairoer Al-Fath-Moschee: Räumung und 385 Festnahmen. Quelle: dpa
Sicherheitskräfte in der Kairoer Al-Fath-Moschee: Räumung und 385 Festnahmen. Quelle: dpa

KairoDie ägyptische Polizei hat Safwat Hegasi, einen einflussreichen Prediger aus den Reihen der Muslimbruderschaft, festgenommen. Aus Sicherheitskreisen in Kairo hieß es, außer Hegasi seien noch sechs weitere führende Mitglieder der Islamisten-Bewegung festgenommen worden.

Anzeige

Mehrere westliche Regierungen hatten die neuen Machthaber in den vergangenen Tagen davor gewarnt, die Muslimbrüder zu isolieren, deren Präsident Mohammed Mursi am 3. Juli nach Massenprotesten vom Militär gestürzt worden war.

Die ägyptische Regierung teilte in der Nacht zum Sonntag mit, Außenminister Nabil Fahmi habe am Samstag mit dem deutschen Außenminister Guido Westerwelle sowie mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und den Außenministern von Bahrain und Großbritannien telefoniert. In seinen Gesprächen habe er erklärt, in Ägypten hätten bewaffnete Gruppen damit begonnen, die Bevölkerung zu terrorisieren. Das internationale Schweigen zu diesen Angriffen sei inakzeptabel.

Bilder der Unruhen Die Gewalt in Ägypten eskaliert

  • Bilder der Unruhen: Die Gewalt in Ägypten eskaliert
  • Bilder der Unruhen: Die Gewalt in Ägypten eskaliert
  • Bilder der Unruhen: Die Gewalt in Ägypten eskaliert
  • Bilder der Unruhen: Die Gewalt in Ägypten eskaliert

Im Norden der Sinai-Halbinsel töteten Unbekannte in der Nacht einen Polizisten auf der Straße zum Flughafen von Al-Arisch. Vier weitere Polizisten wurden nach Angaben der staatlichen Medien verletzt. Drei Angehörige der Ordnungspolizei erlitten bei einem zweiten Angriff auf eine nahe gelegene Wache ihrer Einheit Verletzungen. Die Angreifer konnten fliehen.

Die Anhänger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben für Sonntag zu neuen Protesten aufgerufen. Mehrere Demonstrationen sollen am Nachmittag in der Hauptstadt Kairo stattfinden, wie die Allianz der islamistischen Mursi-Anhänger erklärte.

Bei der Räumung der Al-Fath-Moschee in Kairo wurden am Samstag nach Angaben des Innenministeriums 385 Menschen festgenommen. Hunderte Islamisten, Anhänger des am 3. Juli entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi, hatten sich seit Freitagabend in der Moschee auf dem zentralen Ramses-Platz verschanzt.

Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete, Bewaffnete hätten vom Minarett des Gotteshauses aus das Feuer eröffnet. Danach begannen die Sicherheitskräfte, die Menschen einzeln aus der Moschee zu holen.
Einen dramatischen Höhepunkt hatten die Konfrontationen am Mittwoch erreicht, als zwei Protestcamps der Mursi-Anhänger in Kairo gewaltsam geräumt und dabei mindestens 578 Menschen getötet wurden.


  • Die aktuellen Top-Themen
Raketentest?: Russland bricht angeblich Abrüstungsabkommen

Russland bricht angeblich Abrüstungsabkommen

Möglicherweise hat Moskau gegen den Abrüstungsvertrag von 1987 verstoßen: Die USA werfen der Putin-Regierung vor, unerlaubterweise Marschflugkörper getestet zu haben.

Blutige Kämpfe: Massive Angriffe auf den Gaza-Streifen

Massive Angriffe auf den Gaza-Streifen

Israel lässt nicht locker: Vom Boden, vom Wasser und von der Luft aus bombardierte die Armee in der Nacht zum Dienstag Ziele in Gaza, darunter das Haus von Hamas-Führer Hanija. Auch in Tel Aviv heulten die Sirenen.

Drohende Staatspleite: Möglicher Ausweg für Argentinien

Möglicher Ausweg für Argentinien

Argentinien kämpft darum, die drohende Zahlungsunfähigkeit noch zu verhindern. Eine Gläubiger-Gruppe soll einem Medienbericht zufolge jetzt auf die sogenannte Rufo-Klausel verwiesen haben. Rettung in letzter Minute?

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International