Bürgerkriegsland
Auslandssyrer wählen einen neuen alten Präsidenten

Vor der umstrittenen Präsidentenwahl in Syrien sind die Auslandssyrer dran. Vor allem Unterstützer von Präsident Assad kommen am Mittwoch an die Urnen. In einigen europäischen Ländern darf indes nicht gewählt werden.

BeirutSechs Tage vor der umstrittenen Präsidentenwahl im Bürgerkriegsland Syrien haben in den Botschaften die Auslandssyrer mit der Abstimmung begonnen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete am Mittwoch von einem großen Andrang syrischer Wähler in Vertretungen des Landes in Indonesien, Algerien, dem Jemen, dem Irak, Jordanien und dem Libanon. Nach Angaben von Augenzeugen kamen vor allem Anhänger von Präsident Baschar al-Assad in die Wahllokale. Die Wahlkommission verlängerte kurzfristig den Wahltag bis Mitternacht.

Die Vereinten Nationen und mehrere westliche Regierungen sowie Golfstaaten hatten sich gegen die Wahl mitten im Bürgerkrieg am 3. Juni ausgesprochen. In Deutschland, Frankreich, Belgien und einigen anderen Staaten wurde die Abstimmung - von der die Opposition faktisch ausgeschlossen ist - verboten.

Gegen Staatschef Assad, der seit 2000 im Amt ist, treten erstmals Gegenkandidaten an: die beiden eher unbekannten Politiker Maher Hadschar und Hassan al-Nuri. Die Opposition boykottiert die Wahl. Ihre prominenten Führer dürften ohnehin nicht antreten, da die meisten im bewaffneten Kampf oder im Exil sind.

In Libanons Hauptstadt Beirut reihten sich nach Angaben von Augenzeugen Tausende Unterstützer Assads in die Warteschlange vor der massiv abgesicherten Botschaft. „Wir stimmen für unseren großen Führer, der uns zurück nach Hause bringen wird, so Gott will“, sagt Mohammed al-Ali aus Daraa. Im Libanon haben seit Beginn des Bürgerkriegs rund 1,1 Millionen Syrer Zuflucht gesucht - unter ihnen sind auch Familien von Assad-Anhängern.

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In Jordanien kamen hunderte Menschen an die Urnen

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