Bürgerrechtsorganisation hatte auf Herausgabe von Dokumenten geklagt
Neuer Bericht über Misshandlungen durch US-Soldaten

HB BERLIN. Die amerikanischen Streitkräfte haben einen Bericht über Misshandlungsvorwürfe gegen im Irak stationierte US-Soldaten freigegeben. In dem Bericht, der 1200 Seiten umfasst, beschuldigen die Ermittler jedoch keinen der darin genannten Verdächtigen formell.

In dem Bericht sind insgesamt 13 Ermittlungsverfahren dokumentiert, von denen mehrere aus Mangel an Beweisen eingestellt wurden. Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU, die auf Herausgabe der Dokumente geklagt hatte, sieht in dem Bericht einen «weiteren Hinweis darauf, dass die Misshandlung von Häftlingen weit verbreitet war».

Jameel Jaffer von der ACLU sagte, angesichts der großen Zahl der bekannten Fälle sei es unverständlich, dass noch kein hochrangiger Offizier oder Regierungsbeamter zur Verantwortung gezogen worden sei. Am vergangenen Mittwoch hatte die ACLU wegen der Misshandlungen von Gefangenen im Irak und in Afghanistan Klage gegen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld eingereicht.

In einem der dokumentierten Fälle trat ein Soldat auf einen verwundeten Iraker ein. Der Vorfall wurde auf Videobildern festgehalten. Gefilmt hatte ein Nationalgardisten aus Florida, der in Ramadi im sunnitischen Dreieck stationiert war. Er nannte die Reihe «Ramadi-Wahnsinn». Das Video führte zu disziplinarischen Konsequenzen, wie Kommandeur Joseph Lyon der Tageszeitung «Sun-Sentinel» sagte. Nähere Angaben machte er nicht. Den Dokumenten zufolge handelt es sich bei den Szenen um «unangemessenes, aber nicht kriminelles Verhalten».

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%