Bürokratie schreckt Manager ab
Libyens Lockrufe lassen deutsche Investoren kalt

Die deutsche Wirtschaft hat Erwartungen Libyens auf Investitionen enttäuscht – zu undurchsichtig erscheint vielen Firmen der Reformkurs.

HB FRANKFURT. Nach der Öffnung des Landes für Reformen durch Staatslenker Muammar el-Gaddafi im Jahr 2000, der Absage an den Terrorismus und der Aufhebung des Wirtschaftsembargos 2004 wollte Libyen die marode Wirtschaft modernisieren. Doch deutsches Kapital blieb dafür aus, trotz Kanzler-Besuch und Abschluss eines Investitionsschutzvertrages. „Unsere Hoffnungen haben sich nicht erfüllt“, gestand Libyens Wirtschaftsminister Abdulgader Elkhair in untypischer Offenheit für arabische Politiker auf dem 8. Deutsch-Libyschen Wirtschaftsforum in Frankfurt ein. „Die Entwicklung läuft sehr schleppend.“

Libyen ist der größte außereuropäische Öllieferant Deutschlands und deutsche Produkte genießen einen tadellosen Ruf in dem nordafrikanischen Wüstenstaat. Die deutschen Exporte stiegen 2004 um 25 Prozent auf 656 Mill. Euro. Aus Libyen bezieht Deutschland Öl und Gas im Wert von 2,76 Mrd. Euro. Doch investieren mögen deutsche Unternehmen noch nicht. Zu undurchsichtig erscheint vielen Firmen der Reformkurs. „Ich sehe einen erheblichen Verbesserungsbedarf beim Abbau der Bürokratie“, sagt selbst Ties Tiessen, Vorstandsmitglied der BASF-Tochter Wintershall und neuer Vorsitzender des Deutsch-Libyschen Wirtschaftsforums. Wintershall ist seit 1958 in Libyen aktiv. Tiessen kennt das Potenzial des Landes, aber auch seine Probleme.

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