Bulgarien
Exportmacht mit angezogener Handbremse

Bulgarien wirbt sich seit Jahren als Investitionsstandort. Doch noch halten die Unternehmen das ehemalige kommunistische Land auf Distanz. Die Rahmenbedingungen stimmen noch nicht.
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SofiaAls Ivaylo Petrov seine Heimat verließ, um nach Deutschland zu gehen, da war diese Heimat "so gut wie tot". Mitte der 90er-Jahre war das, Bulgarien versank im Chaos der nachkommunistischen Jahre. Vor drei Jahren ist Petrov zurückgekehrt, um eine Fabrik aufzubauen, und er stellte überrascht fest, wie viel sich seither zum Besseren gewendet hat: "Es ist beinahe ein anderes Land", sagt er.

Petrov leitet ein Werk des Pumpenherstellers Ixetic, einer ehemaligen Tochterfirma des Autozulieferers Schaeffler mit rund 300 Millionen Euro Umsatz. Er hat die Fabrik nahe der zweitgrößten Stadt Plovdiv von Grund auf hochgezogen und schwärmt über die Bedingungen, die er vorgefunden hat: Vom Beantragen der Baugenehmigung bis zum arbeitsbereiten Werk seien gerade mal zehn Monate vergangen, das Projekt habe nur die Hälfte dessen gekostet, was in Deutschland angefallen wäre. Gute Mitarbeiter waren schnell gefunden, und nein, Korruption sei kein Problem gewesen, "niemand hat auch nur einen Euro von mir verlangt".

Wer Ivaylo Petrov zuhört, könnte denken, Bulgarien sei ein Paradies für Investoren. Das Land hat tatsächlich große Fortschritte gemacht, in den vergangenen zehn Jahren stieg die Wirtschaftsleistung um rund 50 Prozent. Paradiesisch sind die Zustände aber längst nicht, zumindest nicht für die meisten Unternehmen im Land. Petrov hatte das Glück, dass ihn die Investitionsförderungsagentur unterstützte und den Prozess enorm beschleunigte. Die Behörde, die von dem Harvard-Absolventen Borislav Stefanov geführt wird, müht sich redlich, Neuankömmlingen das Leben zu erleichtern. Sie hat aber nur gut zwei Dutzend Mitarbeiter.

Wer nicht in den Genuss der Vorzugsbehandlung kommt, hat es ungleich schwerer. Bulgarien ist zwar gerade auf ausländische Unternehmen angewiesen, wenn es sich als Produktionsstandort für die EU-Volkswirtschaften etablieren will. Deshalb wirbt Sofia in einer von der EU finanziell geförderten Offensive auch aktiv um Investoren.

Aber die Kampagne zieht bislang nicht so richtig. Die Direktinvestitionen dümpeln auf niedrigem Niveau dahin, "es gibt keine Anzeichen für ein Anziehen", konstatierte das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) in seinem jüngsten Konjunkturreport. Auf nur gut eine Milliarde Euro dürften sich die Investitionen aus dem Ausland in diesem Jahr summieren.

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  • Leider ist exakt dies ein bulgarisches Problem. Sie könnten als heimliche Sieger der Eurokrise hervorgehen.

    Doch leider fehlt es an gutem Führungspersonal.

    Doch der Fehler leigt nicht alleine an den Bulgaren.

    Die ausländischen Firmen kommen nach Bulgarien, aufgrund der Steuervorteile und der Billig-Löhne.

    So muss man sich die berechtigte Frage stellen.

    Was verlangen ausländische Investoren von Ihrem schlecht bezahlten bulgarischen Personal?

    Führungskräfte wandern aus und haben kein Interesse, für einen Hungerlohn in Bulgarien in einer ausländischen Firma zu bleiben.

    So bleibt nur ein Weg.... gute Leistung zu fördern mit besseren Konditionen.

    Oder es wird irgendwann ein Rentnerparadies für z.B. deutsche Rentner. Es wäre schade, wenn es dabei bliebe.

    Oder Steuerflüchtlinge, die sich in Bulgarien niederlassen, aber nicht investieren werden.

    BGNature.info

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