Bundesfinanzministerium
Entscheidung über erste ESM-Tranche im Januar

Der Bundesfinanzminister will die Schlagkraft des permanenten Euro-Rettungsschirms möglichst rasch erhöhen. Die nötigen Entscheidungen in Brüssel sollen Schäuble zufolge im Januar fallen.
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BerlinDie Entscheidung über eine möglicherweise höhere erste Einzahlung in den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM fällt nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Januar. „Je schneller und je mehr Kapital der ESM hat, desto früher und besser kann er seine Aufgaben erfüllen“, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht.

Verabredet sei bisher eine erste Tranche für Deutschland von 4,3 Milliarden Euro und danach jährlich vier weitere gleich hohe Zahlungen. „Möglicherweise werden wir aber diesen Prozess beschleunigen, um die Schlagkraft des Rettungsschirms schnell zu erhöhen.“ Dazu müssten aber zunächst die Entscheidungen in Brüssel im Januar abgewartet werden.

Schäuble räumte ein, dass durch eine höhere erste Tranche die Nettokreditaufnahme im nächsten Jahr steigen könnte. „Auf die Verschuldung nach den Maastricht Kriterien hätte das aber keinen Einfluss, da wir im Gegenzug am ESM-Kapital beteiligt sind“, fügte der CDU-Politiker hinzu.

Deutschland steuert zum ESM-Kapitalstock von 80 Milliarden Euro insgesamt 21,5 Milliarden Euro bei. Ursprünglich war vereinbart worden, dass dieser Betrag in fünf Jahrestranchen zu 4,3 Milliarden Euro ab 2013 gezahlt wird. Durch das vom EU-Gipfel Anfang Dezember beschlossene Vorziehen des ESM auf 2012 wird zumindest die erste Tranche schon 2012 fällig. Der ESM soll den provisorischen Euro-Rettungsschirm EFSF ablösen, der über keinen Kapitalstock verfügt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundesfinanzministerium: Entscheidung über erste ESM-Tranche im Januar"

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  • Und warum stand die DM unter permanenten Aufwertungsdruck? Inflationsbereinigt war der Handelsbilanzüberschuss zu DM-Zeiten höher als jetzt. Dass Deutschland jetzt einen Überschuss hat, das hat nichts mit dem Euro zu tun. Deutsche Waren sind auf dem Weltmarkt mit oder ohne Globalisierung gefragt. Deutsche Unternehmen sind in der Lage das zu liefern was benötigt wird. Wenn das andere aus dem Euroraum nicht können, dann ist das deren Sache.

    Dass die Chinesen Massenprodukte herstellen können hat auch nicht mit Globalisierung zu tun. Auch Japan und Korea fingen Mal so an. Aber beide sind immer noch nicht in der Lage ganz spezielle, die nicht in Serie gefertigt werden können, zu produzieren. Und das gilt noch mehr für Frankreich oder Italien.

    Das fängt schon beim Auto an. Wer was auf sich hält, der fährt Mercedes, BMW, Audi oder Porsche. Schauen Sie sich z.B. Mal in Kuala Lumpur die Vertretung von Brabus an. In D können Sie die Brabus Autos mit der Lupe suchen und kaum finden. Das nur so als Beispiel. Und so ein Importwagen kostet 3 X so viel wie in Deutschland. Französische Autos? Fehlanzeige. Und das gilt für alle asiatischen Länder, außer Japan und Korea.

    Das Korea z.B. den TGV gekauft hat, das bereuen die schon seit langen. Gekauft wurde der nur, weil Paris ganz massive interveniert hatte und Konditionen machte die nicht mehr mit freien Wettbewerb zu tun hatten.

  • Um es klar zu formulieren: Der Euro war und ist ein Segen für Deutschland - auch und gerade jetzt in der Krise.
    Der Euro ist das beste, dass die EU hervorgebracht hat und was Deutschland überhaupt passieren konnte. Er hat Deutschland genutzt wie keinem anderen Land, und tut dies auch momentan auch. Die Wirtschafts- und Finanzkrise konnte von Deutschland überhaupt nur wegen dem Euro so gut überstehen.

    Wer diese Fakten nicht wahrnimmt, ist entweder resistent oder blind und / oder einfach nur dumm !

    Wer in einer globalen Weltwirtschaft eben nur das kann, was auch ca. 2,5 Mrd. Chinesen und Inder können, wird halt auch nur so wie 2,5 Mrd. Chinesen und Inder bezahlt - ist doch normal. Willkommen in der globalisierten Arbeitswelt im 21. Jahrhundert !

    Btw, und die DM hätte an Kaufkraft genauso verloren, wie alle anderen Papierwährungen übrigens auch !

  • Und was hat der Arbeitnehmer von dieser Entwicklung? Seither gibt es für ihn ca. 15% Reallohnabsenkung, während in anderen Ländern das Lohngfüge gestiegen ist!
    Der Handelsüberschuss wird erneut in die EU gepumpt, also vom Steuerzahler subventioniert für Kreditgeschäfte der Banken, damit ärmere Länder bei uns die Produkte kaufen können, die wir durch den Verzicht von Lohnerhöhungen und durch die Schaffung von Dumpinglöhnen erwirtschaften müssen. Wir verzichten also auf Wohlstand, damit Unternehmen hohe Gewinne einfahren können! Zu DM-Zeiten gab es wenigstens einen Ausgleich durch die Anpassung der Wechselkurse. Das ist jetzt nicht mehr möglich! China wäre im Übrigen auch zu DM-Zeiten als neuer Handelspartner entdeckt worden! Außerdem hat der Euro seit seiner Einführung 1/3 seiner Kaufkraft verloren! Also: insgesamt nach Ihrer Meinung wohl dann offensichtlich "ein tolles" Ergebnis oder was sonst????

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