Bundeskanzler wünscht sich stärkeres Engagement der Golfstaaten bei deutschen Firmen: Schröder wirbt um arabisches Kapital

Bundeskanzler wünscht sich stärkeres Engagement der Golfstaaten bei deutschen Firmen
Schröder wirbt um arabisches Kapital

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Saudi-Arabien eingeladen, sich am Gesellschaftskapital deutscher Unternehmen zu beteiligen. „Wir haben Interesse daran, dass Kapital aus den Golfstaaten nach Deutschland fließt“, sagte er am Montag in Riad.

RIAD/KUWAIT. Der Kanzler warb insbesondere dafür, dass sich „die saudische Wirtschaft mit ihrer großen Kraft in Deutschland engagiert“. Saudi-Arabien war die erste Station von Schröders siebentägiger Reise, die ihn auch nach Kuwait, Katar, Bahrein, Jemen, Oman und in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) führt. Begleitet wird der Kanzler von rund 70 deutschen Wirtschaftsvertretern.

Die Bundesregierung misst der Golfregion mit Blick auf die Krisenherde in Nahost, Iran und im Irak und hinsichtlich der großen Öl- und Gasvorkommen eine „große strategische Bedeutung“ bei. Riads Wirtschaftsminister Khalid al-Gosaibi nahm den Appell des Kanzlers positiv auf: Die saudische Wirtschaft investiere weltweit „Billionen von Dollar“ und könne einen Teil davon durchaus „nach Deutschland lenken“.

Im Gegensatz zu anderen Golfstaaten halte Saudi-Arabien bislang keine bedeutenden Kapitalbeteiligungen in Deutschland, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Kuwait hat sich hingegen bei mehreren deutschen Konzernen engagiert, darunter Daimler-Chrysler. Der Kanzler wolle im Laufe seiner Reise auch die anderen Golfanrainer-Staaten dazu aufrufen, bei deutschen Unternehmen finanziell einzusteigen

.

Das Interesse an arabischem Kapital habe unter anderem damit zu tun, dass sich diese Staaten „in der Regel nicht in die Geschäftspolitik der Unternehmen einmischen, solange die Rendite stimmt“, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Deshalb sei es bedauerlich, dass sich Thyssen-Krupp auf amerikanischen Druck hin von seinem Kapitalgeber Iran habe trennen müssen.

Insgesamt betrachtet die Bundesregierung die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien als unbefriedigend. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben den weitaus größten Golfstaat bereits 2003 als Deutschlands wichtigster Handelspartner in der Region abgelöst. Beim Besuch des Kanzlers erhielten deutsche Firmen drei Aufträge im Gesamtumfang von nur 18 Mill. Euro. Es seien aber noch einige Projekte „in der Pipeline“, hieß es in der Umgebung des Kanzlers. Große Hoffnung setzt die Bundesregierung vor allem in einen neuen Schienenweg an der Golfküste, für den der Transrapid im Gespräch ist.

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