Bundespräsident auf Afrikareise: Gauck appelliert an Malis Präsidenten

Bundespräsident auf Afrikareise
Gauck appelliert an Malis Präsidenten

Mali war lange ein bevorzugter Partner deutscher Entwicklungshilfe. Jetzt droht der Staat auseinanderzufallen. Der Bundespräsident kommt zu einem Kurzbesuch – Übernachtung ist aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen.

BamakoSchlechte Nachrichten aus Mali gibt es fast jeden Tag: Drei Soldaten von Sprengstoff-Falle getötet – Angriff auf UN-Lager in Timbuktu – Tote nahe künftigem Bundeswehrstützpunkt. Es könnte der gefährlichste Auslandseinsatz der deutschen Streitkräfte werden. Am Freitag besucht Bundespräsident Joachim Gauck Bundeswehr-Soldaten im westafrikanischen Krisenstaat, allerdings im relativ sicheren Süden des Landes.

Genau an dem Tag, an dem in Deutschland die Münchner Sicherheitskonferenz beginnt, denkt Gauck beim Flug von Nigerias Hauptstadt Abuja nach Bamako vielleicht zwei Jahre zurück. Damals hatte er in München seine wohl wichtigste Rede bisher gehalten. Deutschland müsse mehr internationale Verantwortung übernehmen, notfalls auch militärisch. So sprach er. Und dann kamen der Ukraine-Konflikt, die Eskalation des Bürgerkriegs in Syrien, der Terror in Paris.

Nicht wegducken mit Hinweis auf die von Nazi-Gräueln und Kriegsverbrechen belastete deutsche Vergangenheit, das war die Botschaft. Hier in Mali kann Gauck beobachten, wie das aussieht. Zunächst bei der European Union Training Mission (EUTM), bei der etwa 200 Bundeswehrsoldaten die malischen Streitkräfte ausbilden. Aber auch mit Polizisten und Entwicklungshelfern spricht er. Ziel aller Aktivitäten ist ein besserer Schutz der Zivilbevölkerung, eine Stabilisierung staatlicher Strukturen in einem Land, das von Tuareg-Rebellen, Terrorgruppen und Kriminellen bedroht ist.

Brigadegeneral Werner Albl berichtet dem Bundespräsidenten, auch von den Schwierigkeiten der Ausbildungsmission. „Da gibt es Welten zu überbrücken, da geht viel Zeit verloren“, sagt ein deutscher Offizier. Französisch-Kenntnisse auf deutscher Seite wären nicht schlecht, aber meistens sind Dolmetscher gefordert.

Dann klettert Gauck in den Hubschrauber, Typ Super-Puma, und in 20 Minuten ist er in Koulikoro, dem Zentrum der EUTM und im Feldlager „Camp Gecko“ der Deutschen. Eine knappe Stunde ist Zeit, um im Gespräch mit den Soldaten zu erfahren, was läuft, und was nicht.

Natürlich lässt sich Gauck auch berichten, wie es werden soll mit dem wirklich gefährlichen Einsatz der Bundeswehr in Gao, im Norden Malis. Bis zu 650 Bundeswehrsoldaten sollen dort bei der seit 2013 laufenden UN-Mission Minusma zum Einsatz kommen. Die ersten 40 sind inzwischen eingetroffen, bis zum Sommer werden es 400 deutsche Blauhelme sein. Wie gefährlich es werden kann zeigt eine Zahl: Über 70 UN-Soldaten und Mitarbeiter wurden seit Beginn des Einsatzes im April 2013 getötet.

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