Bundesregierung für Lemierre
EU-Finanzminister legen sich auf zwei Kandidaten für IWF-Chef fest

Die EU-Finanzminister haben auf ihrem Treffen in Irland erwartungsgemäß Rodrigo Rato und Jean Lemierre als Kandidaten für den IWF-Chefposten auserkoren. Deutschland wird Lemierre unterstützen.

HB BERLIN. Der künftige IWF-Chef soll entweder Rodrigo Rato oder Jean Lemierre heißen. Auf diese beiden Kandidaten - den scheidenden spanischen Finanzminister und den derzeitigen Chef der Osteuropa-Bank - einigten sich die EU-Finanzminister auf ihrem Treffen in Punchestown nahe der irischen Hauptstadt Dublin. Damit kamen die Minister zwar einer Entscheidung näher, auf einen Kandidaten wollten sie sich aber noch nicht festlegen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sagte am Rande des Treffens, beide Kandidaten hätten ein unterschiedliches Profil - «der eine mehr der Finanzfachmann, der andere mehr der gestandene Politiker». Die Bundesregierung unterstütze Lemierre, «weil er ein sehr guter Kandidat ist».

Vor dem Treffen der EU-Minister in Irland war noch spekuliert worden, dass möglicherweise auch Italien einen eigenen Kandidaten nominieren wolle. Dafür wurde der derzeitige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti gehandelt.

Die endgültige Entscheidung zwischen Rato und Lemierre soll bei einem Treffen der Minister am 18. und 19. April in der Osteuropa-Bank in London fallen. Zuvor werde weltweit über die Erfolgsaussichten beider Kandidaten konsultiert, sagte Eichel.

Welcher Kandidat im Kreis der IWF-Mitgliedstaaten mit welcher Unterstützung rechnen kann, ließ Eichel offen: «Das kann man jetzt noch nicht übersehen.» Für Rato hatten sich bereits 19 lateinamerikanische Länder ausgesprochen. Gegen Lemierre spricht, dass bereits drei der insgesamt acht IWF-Direktoren Franzosen waren.

Der IWF-Chef Horst Köhler hatte seinen Posten aufgegeben, nachdem ihn CDU, CSU und FDP als Kandidaten für das Amt des deutschen Bundespräsidenten ausgewählt hatten. Dem IWF steht traditionell ein Europäer vor, der aber von den USA abgesegnet werden muss. Die Amerikaner wiederum stellen den Chef der Weltbank.

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