Bundesregierung

Rettungsschirm zu klein für Italien

Die Bundesregierung soll bezweifeln, dass die Euro-Länder die italienischen Schulden stemmen können. Das Land müsse durch Einsparungen und Reformen selbst aus der Krise finden.
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Die Bundesregierung fürchtet, dass Italien zu groß für den Rettungsschirm ist. Quelle: dpa

Die Bundesregierung fürchtet, dass Italien zu groß für den Rettungsschirm ist.

(Foto: dpa)

HamburgIn der Bundesregierung wachsen nach Informationen des „Spiegel“ die Zweifel, ob Italien durch den europäischen Rettungsschirm EFSF gerettet werden könnte - selbst wenn der Fonds verdreifacht würde. Eine Volkswirtschaft wie Italien sei nicht zu stützen, dazu sei sie zu groß, berichtete das Nachrichtenmagazin in seiner am Sonntag erschienen Ausgabe unter Berufung auf Regierungsexperten.

Der Finanzbedarf des Landes sei zu riesig. Nach Einschätzung der Experten können die übrigen Partnerländer zudem nicht die Garantie der gesamten italienischen Staatsschuld von über 1,8 Billionen Euro stemmen, wie der „Spiegel“ weiter berichtete. Spätestens dann würden die Märkte argwöhnen, dass auch Deutschland überfordert sei.

Deshalb besteht die Bundesregierung dem Bericht zufolge darauf, dass Italien durch Einsparungen und Reformen selbst aus der Krise findet. Der Rettungsschirm sei nur dafür ausgelegt, kleine bis mittelgroße Länder aufzufangen.

Ein Sprecher des Finanzministeriums verwies auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP lediglich auf eine Erklärung des Ministeriums zu einem Brief von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. „Es ist nicht zu erkennen, inwieweit eine Neueröffnung der Debatte nur zwei Wochen nach dem Gipfel zu einer Beruhigung der Märkte beitragen soll“, hieß es darin. Derzeit werde „mit Hochdruck an einer zeitnahen Umsetzung“ der Gipfelbeschlüsse gearbeitet, auf die sich alle konzentrieren müssten.

In dem am Donnerstag bekannt gewordenen Brief hatte Barroso die Staats- und Regierungschefs der Eurozone aufgefordert, den gerade erst beschlossenen gemeinsamen Euro-Rettungsfonds erneut auf den Prüfstand zu stellen. Nach den Hilfen für Irland, Griechenland und Portugal war an den Finanzmärkten zuletzt auch die Sorge um die Lage in Italien und Spanien gewachsen.

Am Freitag hatte Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi angekündigt, die Umsetzung des im Juli verabschiedeten Sparpakets zu beschleunigen, um schon 2013 - und damit ein Jahr früher als geplant - einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.

  • afp
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29 Kommentare zu "Bundesregierung: Rettungsschirm zu klein für Italien"

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  • Laut der Presse wurde gesagt, dass Italiens Volkswirtschaft zu gross ist, um mit dem Rettungsschirm noch aufgefangen zu werden. Nun wenn Italien zu gross, was ist dann mit Deutschland, wenn es da kracht? Irgendwie konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass man Deutschland jetzt langsam dran gewöhnt, dass keinerlei Hilfe zu erwarten ist, wenn es kracht...und es kracht ja schon....

  • @ Basti,
    Ihr letzter Satz ist zu korrigieren: Es sind längst die Enkel und Urenkel als künftige Zahler eingebunden.

  • Italien sollte damit anfangen Importe aus Länder mit Handelsbilanzüberschuss zu stoppen damit das Geld und die Arbeitsplätze (ergo Steuereinnahmen) in Italien bleiben

  • Deutschland hat sich an der EU und an der Währungsunion fett gefressen bis geht nicht mehr, jetzt bekommen wir die Rechnung für die permanente Handelsbilanzüberschüsse unserer Nation. Reiseweltmeister sind wir, Stuttgart 21 und andere Prestige-Objekte auf Kosten unserer Nachbarn dank des Exportüberschusses, das kann nicht funktionieren, das verstehe ich sogar und ich habe nicht einmal Abitur.

  • Die Stunde der Wahrheit ist gekommen, jetzt werden Entscheidungen getroffen die unsere Zukunft als Europäer bestimmen werden. Das Katze und Maus Spiel ist jetzt zu Ende. Flop oder Top, das ist hier die Frage Frau Merkel.
    Die Zeit des Taktieren ist vorbei. Hose runter jetzt und Farbe bekennen liebes Deutschland.

  • Italien hat beschlossen zu sparen, möchte aber erst 2013 damit anfangen. So wird das nichts liebe Italiener, es gilt die Devise sofort anfangen mit dem Sparen ansonsten müßt ihre hohe Zinsen zahlen und die EU sollte sich hüten die Verschwender mit unsren Gelder zu unterstützen oder zu bürgen.

  • Alle Staaten sind pleite. Auch Deutschland ist mit offiziellen 2 Billionen und inoffiziellen 7 Billionen pleite. Noch nie wurden Schulden zurückgezahlt, auch nicht bei uns. Das Geldsystem mit dem Schöpfen von Geld aus dem Nichts und Zins und Zinsesziins die nicht mitgeschaffen werden verursachen eine zwangsweise Verschuldungsspirale die unweigerlich nach ein paar jahrzehnten zum Zusammenbruch führen muss. Da gibt es keinen Ausweg.
    Also zieht euch warm an, kauf Lebensmittelreserven, kündigt eure Versicherungen und Sparverträge und legt alles in Edelmetalle, Rohstoffe, reale Were und Waffen an. Denn alles was aus Papier ist wird vernichtet.

  • Mir geht es genauso! Die Entscheidungen der CDU sind für mich eine Katastrophe, aber die Opposition taucht vor den bestehenden Problemen regelrecht ab und mit ihren Lösungsvorschlägen würde Deutschland von den Eurokraten aus Brüssel dauerhaft erpresst werden können. Leider hat das Unheil im Prinzip bereits mit der Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone angefangen, das war in der Zeit der rot-grünen Koalition, danach folgten diverse Subventionsprogramme, ein Anlage- und Eingriffsverhalten des Staates, das man eher bei Zockern vermutet (vgl. IKB u Landesbanken), dann die Rettung der HRE und jetzt die sinnlose Rettung Griechenlands, die m.E. zu einem verheerenden Dominoeffekt führen wird. Die in diesem Zusammenhang entstandene maßlose Verschwendung von Steuergeldern hat einen Barroso zu weiteren Forderungen hinreißen und bei Seehofer den Wunsch nach einer Maut entstehen lassen. Sollte nun Italien oder Spanien kippen, wird die Politik erst erkennen, welchen fürchterlichen Scherbenhaufen sie angerichtet hat...

  • Während der 4+2 Gespräche zur Widervereinigung stellte sich heraus, dass die USA und Russland für ein souveränes Deutschland waren aber England und Frankreich nicht.

    Mit dem Euro soll Deutschland weiter unfrei sein und Zahlungen leisten (illegaler Rettungsschirm). Außerdem hat man sich an die Zahlungen gewöhnt und will daraus ein Naturgesetz machen.

  • Wenn ROT/GRÜN kommt, dann kommt auch die zwangshypothek,
    http://www.youtube.com/watch?v=RulB7BQSBUY
    http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1166269-1-10/kommt-die-zwangshypothek
    Quasi Enteignung um Geld für die Euroideologie freizumachen

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