Bundesverteidigungsministerium lehnt Vertragsänderungen ab
EADS droht Strafe bei Militärtransporter

Verteidigungsminister Franz-Josef Jung will die Lieferverzögerungen beim A400M nicht hinnehmen und pocht darauf, dass die acht Milliarden Euro schweren Verträge eingehalten werden. Die SPD fordert dagegen eine "Paketlösung" - und weniger Eurofighter.

BERLIN/PARIS. Der Luftfahrtkonzern EADS muss sich auf Strafzahlungen wegen der Lieferverzögerungen beim Militärtransporter A400M einstellen. Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) pocht darauf, dass geschlossene Verträge über die Lieferung von 60 Maschinen für gut acht Mrd. Euro eingehalten werden, hieß es am Montag in Berlin. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen hat er dies EADS - Chef Louis Gallois bereits Anfang August schriftlich mitgeteilt und seitdem mehrfach bekräftigt.

EADS hat angekündigt, dass sich die Auslieferung des Militärtransporters erheblich verschieben wird. Offiziell wird mit einer Verzögerung von einem Jahr gerechnet - Experten tippen mittlerweile aber auf einen wesentlich längeren Zeitraum. "Ich glaube bestenfalls an eine Erstauslieferung Ende 2010, sagte Patrick Bellouard, Chef der Rüstungsagentur Occar. Der Wert der EADS-Aktie sank daraufhin um rund zwei Prozent. Eine Sprecherin von Airbus Military, der EADS-Tochter, die das Flugzeug in Sevilla fertigt, wollte dazu keine Stellung nehmen.

Weil im Vertrag für die Entwicklung des Flugzeugs Konventionalstrafen im Falle einer verspäteten Auslieferung der Transportflugzeuge vereinbart wurden, hatte sich Gallois bereits Ende Juli an Jung und die an dem Projekt beteiligten anderen Verteidigungsminister gewandt. In dem Brief vom 30. Juli, der dem Handelsblatt vorliegt, spricht der EADS-Chef davon, dass ansonsten eine "unhaltbare" Situation entstehen könne. Die Mehrkosten sorgten dafür, dass der A400M schon jetzt ein "hochgradig negatives Geschäft" sei und die "globale finanzielle Bilanz der EADS" belaste. Das Verteidigungsministerium will nun wissen, wie groß die Verzögerung wirklich sein wird - das konnte EADS bislang nicht beantworten.

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