Bundeswehr in der Türkei
„Die Bedrohung ist sehr real“

Die Türkei bereitet sich auf mögliche Giftgas-Angriffe aus Syrien vor. Seit Ende Januar schützen Bundeswehrsoldaten die Stadt Kahramanmaras mit „Patriot“-Raketen. Im Interview schildert Kommandeur Bernd Stöckmann die Lage.
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KahramanmarasOberst Stöckmann, wie wirken sich die zunehmenden Spannungen auf Ihren Einsatz aus?

„Wir führen unseren Auftrag ganz normal, ganz routiniert durch. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Die Soldaten sind auch nicht nervös oder angespannt. Ich spüre eine Ruhe und ein Vertrauen.“

Ist das Einsatzkontingent in erhöhter Alarmbereitschaft?

„Es gibt keine erhöhte Einsatzbereitschaft. Der Dienst lässt auch keine Abstufungen zu. Man kann eine Stadt entweder schützen oder nicht.“

Der türkische Katastrophenschutz verstärkt seine Vorkehrungen gegen Angriffe auf die Grenzgebiete der Türkei zu Syrien. Wie begegnet man Ihnen?

„Die Bedrohung ist für die Türkei sehr real. Das ist keine abstrakte Bedrohung. Es gibt hier eine große Erleichterung, dass Kahramanmaras mit Patriots geschützt wird. Meine Soldaten fühlen sich hier wahrgenommen. Es gibt viel Aufmerksamkeit.“

Wie hat sich das zunächst angespannte Verhältnis zur türkischen Armee entwickelt?

„Davon ist nichts mehr zu spüren. Die Lage hat sich geändert. Inzwischen gibt es auch gemeinsame Sportveranstaltung. Die Soldaten leben auch überwiegend in der Kaserne.“

Oberst Bernd Stöckmann führt das Kommando über die etwa 300 Bundeswehrsoldaten in Kahramanmaras, rund 300 Kilometer nördlich der Grenze zu Syrien. Das Interview führte die Nachrichtenagentur dpa.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundeswehr in der Türkei: „Die Bedrohung ist sehr real“"

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  • Wenn jemand giftgas in heutiger zeit einsetzt,dann hat er nicht die rote linie von USA überschritten sondern von der ganzen Welt ihr heuchler! Wieso soll immer die USA die drecks arbeit für euch übernehmen ihr feiglinge! ihr seiht doch nur zu wie kinder sterben so wie in Bosnien! mitten in Europa wo tausende menschen vernichten worden sind bis USA helfen mußte! dann nennt ihr euch europäer und zivileizierte! Hinterhältige Feiglinge seit ihr und heuchler mehr nicht!

  • Du bist auch nicht mehr so ganz frisch in der Birne mit der propaganda gegen Erdogan als... lächerlich und lächerlicher geht es nicht mehr,nur weil ihr nicht denn mum habt die wahrheit zu sagen- euer heuchlerisch benehmen kennt man ja von 2. welt krieg schon- niemand hat was gesehn und niemand was gehört.....

  • Die Monitor Sendung am 29.08.2013 belegt glaubhaft, daß Erdogan absichtlich seit längerem Jihaddisten, also Terroristen über die Grenze nach Syrien eindringen läßt.
    Er gewährt ihnen auch Krankenhausbehandlung, Nachschub div Art, bzw Waffenlieferungen über die Grenze.

    Er mischt somit aktiv im syrischen Bürgerkrieg mit, hilft
    Terroristen.
    Und sorgt somit für zusätzliche Instabilität.

    Beschämend ist, daß die deutsche Regierung darauf nur beschwichtigend reagiert, nur halbherzig bei den Türken interveniert.

    Die richtige Reaktion auf dieses unglaubliche Verhalten von Erdogan ist, sofort die deutschen Patriot-Einheiten von der Türkei abzuziehen, und dem türk. Ministerpräs. mit dem Ausschluß aus der Nato zu drohen.

    1915, als die Türken eineinhalb Millionen Armenier grundlos ermordeten, gab es auch nur schwache Proteste
    der damals verbündeten Deutschen.

    Ein US-Angriff auf Syrien mit Beteiligung der Türkei würde für die Kurden schlimm enden.

    Mit denen hat die Türkei nämlich noch eine Rechnung offen.

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