Bundeswehr
Steinmeier fordert Afghanistan-Abzug

Bei seinem Afghanistan-Besuch forderte Frank-Walter Steinmeier die Bundesregierung dazu auf, mit dem Abzug der Soldaten noch 2011 zu beginnen. Mit Präsident Karsai sprach er über den innerafghanischen Versöhnungsprozess.
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KabulSPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat an die Bundesregierung appelliert, noch in diesem Jahr mit einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu beginnen. Durch die erwartete deutliche Reduzierung der US-Truppen werde die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen bis 2014 unumkehrbar, sagte Steinmeier am Mittwoch nach einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai und weiteren Regierungsvertretern in Kabul. Deutschland müsse diesem Beispiel folgen und noch 2011 „eine entsprechende Weichenstellung vornehmen“.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand zudem der innerafghanische Versöhnungsprozess. Die für Dezember geplante Afghanistankonferenz auf dem Petersberg bei Bonn könne dafür ein Zwischenschritt sein, betonte der frühere deutsche Außenminister. Wichtig sei auch, dass Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Truppen eine wirtschaftliche Perspektive erhalte. Die Ausbeutung der reichen Bodenschätze müsse der ganzen Bevölkerung zu Gute kommen.

Karsai begrüßte Steinmeier als „guten und verlässlichen Freund“ seines Landes. Der SPD-Fraktionschef traf zum Auftakt seines dreitägigen Besuch auch mit Außenminister Salmai Rassoul zusammen und besuchte das ISAF-Hauptquartier in der afghanischen Hauptstadt. An diesem Mittwoch will er deutsche Soldaten im Norden Afghanistans besuchen. Seit Ende Mai ist es dort zu einer Reihe von Anschlägen auf Bundeswehrangehörige gekommen, zu den sich die radikalislamischen Taliban bekannten. Dabei wurden vier deutsche Soldaten getötet und zahlreiche verletzt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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