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30.06.2008 
Afghanistan

Bundeswehr übernimmt Verantwortung im umkämpften Norden

Die deutsche Sonderrolle in Afghanistan ist Geschichte: Erstmals übernimmt die Bundeswehr Verantwortung über die schnelle Eingreiftruppe im Norden Afghanistans und ist damit künftig auch in offensive Kampfeinsätze involviert. Bei einem Anschlag in der Nähe von Kundus wurden unterdessen zwei Bundeswehr-Soldaten leicht verletzt.

Die Soldaten der deutschen schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force, QRF) und die norwegischen Soldaten, die von der deutschen Truppe abgelöst werden beim feierlichen Übergabeappell am Montag. Foto: dpaLupe

Die Soldaten der deutschen schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force, QRF) und die norwegischen Soldaten, die von der deutschen Truppe abgelöst werden beim feierlichen Übergabeappell am Montag. Foto: dpa

HB MASAR-I-SCHARIF. Mit einer Zeremonie in Masar-i-Scharif lösten die Deutschen am Montag die Norweger ab, die die Truppe zweieinhalb Jahre stellten und mehrfach in Gefechte verwickelt waren. Die Übernahme der sogenannten Quick Reaction Force (QRF) bedeute dennoch keine neue Qualität des Einsatzes, bekräftigte der deutsche Kommandeur der Nato-Truppe Isaf im Norden, General Dieter Dammjacob. In der Unruheregion Kundus etwa gehe die Bundeswehr schon heute aktiv gegen Bedrohungen vor, wenn auch in kleinerem Umfang.

Die Eingreiftruppe mit ihren rund 200 Soldaten dient als militärische Feuerwehr, die in kritischen Situationen im gesamten Norden des Landes eingesetzt werden soll. Die deutschen Soldaten sind dafür am Hindukusch erstmals auch mit Mörsern ausgerüstet. Die Truppe, die die Deutschen auf unbestimmte Zeit stellen, ist mit 60 Minuten Vorwarnzeit einsatzbereit. Zu ihren Aufgaben zählen auch Patrouillen, der Schutz von Konvois und Evakuierungen.

Der Kommandeur der scheidenden norwegischen QRF, Oberstleutnant Kjell Inge Baekken, wünschte den Deutschen alles Gute. Seine Soldaten hätten in den vergangenen Jahren einerseits humanitäre Aktionen, andererseits aber auch hoch intensive Kriegseinsätze absolviert, sagte er. Mit Blick auf die Bedenken der deutschen Bevölkerung gegenüber dem Einsatz wies er den Politikern mehr Verantwortung zu. „Wenn man als Soldat von Politikern in einen Einsatz geschickt wird, ist es sehr nett, auch die Unterstützung dieser Politiker zu bekommen“, sagte er. Der Einsatz am Hindukusch könne noch zehn oder 15 Jahre dauern.

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