Bundeswehr
Verantwortung für Kundus an Afghanen übergeben

Von nun an ist nicht mehr die Bundeswehr, sondern die afghanischen Sicherheitskräfte für die Sicherheit in der Provinz Kundus verantwortlich. Die Nato-Truppe Isaf bleibt jedoch weiter in der Provinz präsent.
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BerlinDie Bundeswehr hat die Verantwortung für den Großteil der nordafghanischen Provinz Kundus an die einheimischen Sicherheitskräfte übergeben. Die afghanischen Soldaten und Polizisten sind damit künftig unter anderem für die Sicherheit in Kundus-Stadt und dem nahen Unruhe-Distrikt Chahar Darrah zuständig, ausgeklammert bleibt lediglich der Distrikt Kanabad.

Die Übergabe der Sicherheitsverantwortung bedeute allerdings nicht, dass die Nato-Truppe Isaf nun nicht mehr in der Provinz präsent sei, betonte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam. Die Afghanen würden bei den Operationen aber künftig immer mehr in die erste Reihe treten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte die Sicherheitsübergabe als Beleg für die Fortschritte in Afghanistan. „Wir sind auf Kurs, den Abzug der internationalen und der deutschen Kampftruppen bis Ende 2014 zu verwirklichen", erklärte er. Auch danach werde die internationale Gemeinschaft das Land am Hindukusch jedoch nicht allein lassen.

Bei der Geberkonferenz in Tokio sei die Grundlage gelegt worden für die Entwicklung Afghanistans zu einem friedlichen und stabilen Land, das zunehmend auf eigenen Beinen stehen könne. „Der Weg dahin ist noch weit; es wird auch noch Rückschläge geben", sagte Westerwelle. Die Richtung stimme jedoch. „Wir haben wichtige Etappenziele erreicht und müssen den eingeschlagenen Weg einer politischen Lösung jetzt konsequent weitergehen."

Die Bundeswehr betreibt in Kundus bereits seit 2003 ein Feldlager. Es war der erste deutsche Stützpunkt außerhalb der Hauptstadt Kabul und lange der gefährlichste Einsatzort der deutschen Soldaten. Zuletzt hatte sich die Lage dort allerdings stabilisiert. Normalerweise sind in Kundus etwa 1200 deutsche Soldaten stationiert, derzeit sind es wegen des Truppentauschs mehr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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