Burundi im Bürgerkrieg
Führender Oppositionspolitiker erschossen

Die Gewalt in Burundi erlebt einen neuen, traurigen Höhepunkt. Unbekannte töteten den hochrangigen Oppositionellen Zedi Feruzi mit einer Kugelsalve am Samstag vor seinem Haus. Schlichtungsgespräche sind nun ausgesetzt.
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Kampala/BujumburaDer Chef einer Oppositionspartei im gewaltgeplagten Burundi ist lokalen Medien zufolge am Samstag von unbekannten Attentätern ermordet worden. Die in dem afrikanischen Land bekannte Nachrichtenorganisation Iwacu berichtete auf ihrer Webseite, dass Zedi Feruzi von der UPD-Zigamibanga-Partei am Samstagabend in der Hauptstadt Bujumbura aus einem fahrenden Auto vor seinem Haus erschossen worden sei. Auch einer von Feruzis Leibwächtern sei dabei getötet worden.

Die ohnehin schon zerrütteten Verhältnisse in dem kleinen, armen Land im Zentrum Afrikas dürften damit noch dramatischere Zustände annehmen. In Burundi kommt es seit Wochen zu Unruhen. Auslöser war die Bekanntgabe der Regierungspartei, dass Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit kandidieren will. Gegner halten dies für illegal, weil die Verfassung lediglich zwei fünfjährige Amtsperioden vorsieht. Nkurunziza dagegen behauptet, er dürfe nochmals antreten, weil er beim ersten Mal vom Parlament und nicht vom Volk gewählt worden sei.

Seit der Ankündigung von Nkurunzizas Ambitionen für die Präsidentschaftswahl am 26. Juni starben mindestens 20 Menschen bei Straßenprotesten, 431 andere wurden verletzt. Bis zu 200 000 Menschen sollen bislang in die Nachbarländer geflohen sein, viele davon in Flüchtlingslager in Tansania. In diesem Monat hatten die Sicherheitskräfte des Präsidenten einen Militärputsch zurückgeschlagen, mit dem versucht worden war, ihn zu stürzen. Drei Generäle wurden daraufhin festgenommen.

Der UN-Generalsekretär verurteilte die Tat. Diese sorge für noch mehr Misstrauen und eine weitere Zunahme der Gewalt, teilte ein Sprecher von Ban Ki Moon in einer Erklärung mit. Darin wurden alle Parteien in Burundi aufgerufen, den von den Vereinten Nationen geführten politischen Dialog weiterzuführen. Eine Fortsetzung der Gespräche war am Donnerstag geplant.

Doch die Anführer der Protestbewegung gegen Nkurunziza haben den Dialog nun ausgesetzt. Das Bündnis gegen eine dritte Amtszeit für Nkurunziza verurteilte am Sonntag die „schändliche Tat“. Der von der UNO vermittelte Dialog, der noch in einer „Anbahnungsphase“ gewesen sei, werde auf Eis gelegt, teilte die Bewegung mit.

Die internationale Gemeinschaft hatte Nkurunziza bereits vor längerem aufgerufen, die Wahlen angesichts der Unruhen zu verschieben. Die USA hatten sich enttäuscht über die Ambitionen des Präsidenten gezeigt. Zuletzt waren die eigentlich bereits für kommende Woche geplanten Parlaments- und Kommunalwahlen wegen der politischen Krise in dem ostafrikanischen Land um zehn Tage auf den 5. Juni verschoben worden. Die Präsidentenwahl soll am 26. Juni stattfinden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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