Bus von Präsidentengarde: Zwölf Tote bei mutmaßlichem Anschlag in Tunis

Bus von Präsidentengarde
Zwölf Tote bei mutmaßlichem Anschlag in Tunis

Zwölf Sicherheitskräfte sind bei einem Anschlag in der tunesischen Hauptstadt Tunis getötet worden. Mindestens 20 Menschen wurden verletzt. Erste Erkenntnisse deuten auf einen Terrorakt hin.

Nach einem Anschlag auf die Präsidentengarde in Tunis verhängt Tunesien den Notstand und eine Ausgangssperre. Dies teilte Präsident Beji Caid Essebsi am Dienstagabend in einer Fernsehansprache mit.

Gleichzeitig betonte er, das Land befinde sich in einem „Krieg gegen den Terrorismus“. Er forderte mehr internationale Zusammenarbeit gegen die Extremisten, die in den vergangenen Wochen weltweit Anschläge verübt hätten. „Ich will dem tunesischen Volk versichern, dass wir den Terrorismus besiegen werden“, sagte er.

Unbekannte hatten in der Hauptstadt Tunis einen Terroranschlag auf einen Bus der Präsidentengarde verübt und mindestens zwölf Menschen getötet. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Essebsi befand sich nicht in dem Bus.

Tunesien gilt als das stabilste und demokratischste Land des sogenannten Arabischen Frühlings. Doch haben Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat dieses Jahr bereits zweimal verheerende Anschläge verübt: im März auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis und im Juni auf ein Strandhotel in Sousse. Bei beiden Attacken kamen fast 60 ausländische Touristen ums Leben.

Fotos vom Tatort zeigten schwer bewaffnete Polizisten mit Maschinenpistolen und Krankenwagen. Die Regierung hatte erst vor wenigen Tagen die zweithöchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen und nannte als Grund Informationen über mögliche Anschläge in Sousse oder anderen sensiblen Regionen. Erst Ende Oktober war der nach der Terrorattacke von Sousse ausgerufene Ausnahmezustand in dem Land ausgelaufen.

Die Anschläge der vergangenen Monate werden als Versuch der Extremisten angesehen, die junge Demokratie zu destabilisieren. Laut tunesischer Regierung wurde der Attentäter von Sousse in Libyen ausgebildet, „vermutlich“ von der Miliz Ansar al-Scharia. Zudem bekämpft die Regierung zurzeit Dschihadisten in einer Militärkampagne im Westen des Landes nahe der algerischen Grenze.

In Tunesien sind Anhänger des Terrornetzwerk Al-Kaida aktiv. Knapp 3000 tunesische Staatsbürger kämpfen nach Angaben der Regierung in den Reihen der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak und stellen damit das größte Kontingent ausländischer Rekruten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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