Bush auf Südamerika-Tour
Samba für mehr Sympathie

Er tanzte Samba und erzählte Kindern aus Armenvierteln von Gott. US-Präsident George W. Bush versuchte mit viel Charme die antiamerikanische Stimmung in Südamerika zu drehen. Doch wie schon in Brasilien und Kolumbien erwarteten ihn auch in Uruguay heftige Proteste.

HB SAO Paulo / MONTEVIDEO. US-Präsident George W. Bush hat zum Abschluss seines Besuchs in Brasilien mit Kindern aus Armenvierteln getanzt und ihnen von Gott erzählt. Das berichtete Joao Laurentino von der Nichtregierungsorganisation „Meninos do Morumbí“, deren Einrichtung in Sao Paulo Bush kurz vor seiner Weiterreise nach Uruguay besuchte. „Bush war ganz menschlich, eine herzliche und fürsorgliche Person. Man konnte vergessen, dass er Präsident der USA ist“, berichtete Laurentino.

Dann habe Bush von Gott gesprochen. „Alle Menschen haben etwas gemein: sie gehören der großen Familie Gottes an. Ich weiß, dass in Brasilien und anderen Ländern viele Menschen Not leiden, und Brasilien soll wissen, dass sich die Vereinigten Staaten um sie kümmern wird“, zitierte Laurentino den Präsidenten. Die NGO bietet mehr als 3000 Kindern aus ärmsten Verhältnissen eine künstlerische Ausbildung. Laura Bush, die Frau des Präsidenten, und US-Außenministerin Condoleezza Rice, seien auch dabei gewesen.

Gespräche in Uruguay

Mittlerweile ist der US-Präsident in Uruguay eingetroffen. Mit seinem Amtskollegen, dem sozialistischen Präsidenten Tabaré Vázquez, will Bush vor allem über eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen sprechen. Das Land mit nur 3,4 Millionen Einwohnern ist im Mercosur zwischen Brasilien und Argentinien eingeklemmt und sucht dringend starke Wirtschaftspartner außerhalb des Gemeinsamen Marktes des Südens.

Auch in Montevideo kam es wie zuvor schon in Brasilien und Kolumbien, einer der weiteren Stationen der Reise, zu Protestdemonstrationen gegen den Besuch von Bush. Unter den Demonstranten waren auch Vertreter der linken Regierungskoalition von Vázquez, Frente Amplio. Teilnehmer kritisierten den Irak-Krieg und bezeichneten Bush als „Mörder“.

Der Bush -Gegner, Venezuelas Präsident Hugo Chávez, sprach unterdessen vor tausenden Menschen in einem Fußballstadion der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Er bezeichnete Bush als „politische Leiche“. Bush wolle Lateinamerika auseinanderdividieren, um die einzelnen Länder so besser kontrollieren zu können, sagte der Linkspopulist.

Die Gespräche zwischen Bush und Vázquez werden auf der Präsidenten-Estancia Anchorena etwa 180 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Montevideo statt finden. Uruguay und die USA hatten im Januar ein Rahmenabkommen über Handel und Investitionen unterzeichnet. Die USA sind der wichtigste Handelspartner Uruguays. Am Sonntag fliegt Bush nach Kolumbien. Weitere Stationen seiner insgesamt sechstägigen Reise sind Guatemala und Mexiko.

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